Giffen-Fall
die Erscheinung, dass trotz Preissteigerung die Nachfrage nach einem bestimmten Gut steigt bzw. trotz Preissenkung die Nachfrage sinkt. Erstmalig beobachtete Robert Giffen (* 1837, † 1910) diese Reaktion bei den Beziehern niedriger Einkommen in England während des 19. Jahrhunderts und schilderte sie 1883: Trotz steigenden Brotpreises nahm die Brotnachfrage zu. Hier hatte der gestiegene Preis für das Grundnahrungsmittel Brot zu einer Minderung des Realeinkommens geführt. Bei der damit notwendigen Entscheidung über die Verringerung der nachzufragenden Mengen an Gütern reduzierte man die Nachfrage nach Fleisch und anderen teuren Nahrungsmitteln und verzehrte statt dessen mehr an noch immer relativ billigem Brot.
Auch: Giffen-Paradox