Gips

wasserhaltiger schwefelsaurer Kalk (CaSO 4 ·2H 2 O); ein mit dem Fingernagel ritzbares Gestein (Härte 2), meist farblos, zuweilen durch Eisenoxid oder Ton verfärbt. Gips kommt u. a. vor in Form von großen durchscheinenden Kristallen (Gipsspat) , als blätterige perlmutterglänzende Tafeln ( Marienglas , auch Fraueneis ) oder körnig-kristallinisch ( Alabaster ). Gipsstein verliert erhitzt ganz oder teilweise seinen Wassergehalt und ergibt gebrannten Gips , der in der Hauptsache als Baugips verwendet wird und beim Anmachen mit Wasser mehr oder weniger rasch versteift (erhärtet). Auf verhältnismäßig niedrige Temperaturen erhitzter, nur teilweise entwässerter Gipsstein ergibt Stuckgips , auch zu Form-, Rabitzarbeiten, als Kalkmörtelzusatz und zur Herstellung von Baukörpern verschiedener Art geeignet. Putzgips , im Allgemeinen bei höheren Temperaturen als Stuckgips hergestellt, versteift langsamer als dieser. Durch Erhitzen auf hohe Temperaturen, etwa 1000 °C, völlig entwässerter Gipsstein ergibt Estrichgips , für Estrichböden, als Mauermörtel und zur Herstellung von Baukörpern verwendbar. Marmorgips (früher Marmorzement ) ist doppelt gebrannter, zwischen den beiden Brennvorgängen gewöhnlich mit Alaun getränkter Gips. Er versteift langsamer als Stuckgips und wird zum Verfugen von Wandplatten, zu Putzarbeiten u. Ä. gebraucht.