Grammatikalisierung
Erscheinung des Sprachwandels, bei dem lexikalische Elemente allmählich grammatische Funktionen übernehmen und ihre syntaktische, semantische sowie teilweise ihre morphologische Eigenständigkeit einbüßen. Dieser Prozess wurde erstmals 1912 von dem französischen Sprachwissenschaftler A. Meillet beschrieben. Im Deutschen sind z. B. die Tempus- und Passivbildung mit den Hilfsverben haben , sein und werden das Ergebnis von Grammatikalisierung: Ehemalige Vollverben haben ihre ursprüngliche Bedeutung eingebüßt und sind zum Bestandteil grammatischer Konstruktionen geworden.