Hochschulen

Hochschulen Europas (Auswahl) Die ältesten europäischen Universitäten (Auswahl) Stadt Gründungsjahr Bologna 1119 Oxford um 1170 Cambridge 1209 Salamanca 1218 Montpellier um 1220 Padua 1222 Neapel 1224 Toulouse 1229 Sevilla 1254 Paris (Sorbonne) 1257 Lissabon 1288 Coimbra 1290 Rom 1303 Orléans 1306 Perugia 1308 Grenoble 1339 Pisa 1343 Valladolid 1346 Prag 1348 Florenz 1349 Siena 1357 Pavia 1361 Krakau 1364 Wien 1365 Heidelberg 1386 Köln 1388 Erfurt 1392 Stätten der Forschung und der wissenschaftlichen, technischen, pädagogischen sowie künstlerischen Ausbildung. Die älteste Art der Hochschulen ist die Universität (die ältesten deutschen Universitäten: Prag, 1347; Wien, 1365; Heidelberg, 1385; Köln, 1388), später kamen technische Hochschulen und Fachhochschulen hinzu.

Hochschulen in Deutschland:

1. wissenschaftliche Hochschulen: Sie dienen der Forschung, Lehre und Ausbildung, haben eine eigene Hochschulverfassung mit akademischer Selbstverwaltung und das Promotionsrecht und unterstehen der Aufsicht der Kultusministerien der Länder. Im Zuge der Hochschulreform , die in den 1960er Jahren in Angriff genommen wurde, sind neben die herkömmlichen Organisationsformen (Rektoratsverfassung, Gliederung in Fakultäten, dominierende Stellung der Ordinarien) vielfältige neue Modelle getreten (Präsidialverfassung mit einem auf längere Zeit gewählten Präsidenten, stärkere Beteiligung der Studenten und nichthabilitierten Lehrkräfte). Zu den wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland gehören die Universitäten in Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Eichstätt-Ingolstadt, Erfurt, Erlangen-Nürnberg, Essen, Flensburg, Frankfurt am Main, Frankfurt/Oder, Freiburg im Breisgau, Gießen, Göttingen, Greifswald, Hagen (Fernuniversität), Halle-Wittenberg, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Hildesheim, Hohenheim, Homburg/Saar, Jena, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Koblenz-Landau, Köln, Konstanz, Leipzig, Lüneburg, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Marburg, München, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Paderborn, Passau, Potsdam, Regensburg, Rostock, Saarbrücken, Siegen, Stuttgart, Trier, Tübingen, Ulm, Vechta, Witten-Herdecke, Wuppertal, Würzburg; die technischen Hochschulen bzw. technischen Universitäten in Aachen, Berlin, Braunschweig, Chemnitz, Clausthal-Zellerfeld, Cottbus, Darmstadt, Dresden, Freiberg, Hamburg-Harburg, Ilmenau, München, Warnemünde-Wustrow, Weimar, Wismar; ferner die tierärztliche Hochschule Hannover, die medizinischen Hochschulen in Hannover und Lübeck, ebenso die meisten pädagogischen Hochschulen.

An den Universitäten sind folgende Fächergruppen vertreten: Medizin, Veterinärmedizin, Rechts- und Staatswissenschaft, Wirtschafts- und Sozialwissenschaft, philosophische, philologische und mathematisch-naturwissenschaftliche Fachbereiche, evangelische und katholische Theologie, Landwirtschaft, Forstwirtschaft. – An den technischen Universitäten werden ebenfalls Philosophie, Staatswissenschaften, Psychologie, Sportwissenschaften, Geographie und außerdem folgende Fächer gelehrt: Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Mineralogie, Bauwesen, Maschinenbau, Bergbau- und Hüttenwesen, Elektrotechnik, Architektur, Landbau, Gartenbau und Landeskultur.

Das Studium an wissenschaftlichen Hochschulen setzt die Hochschulreife voraus. Die Entwicklung des Hochschulwesens in Deutschland ist seit Ende der 1960er Jahre durch eine starke Expansion der Studentenzahl und damit auch der Zahl des Lehrpersonals und der öffentlichen Ausgaben für Hochschulen gekennzeichnet. Durch eine zahlenmäßige Beschränkung der Zulassungen für bestimmte Fächer (z. B. Medizin, Chemie, Architektur; Numerus clausus ), durch den Ausbau bestehender Hochschulen und durch Neugründung von Universitäten und Gesamthochschulen versuchten Länder und Bund, die wachsenden Studentenzahlen aufzufangen. Die erste deutsche Gesamthochschule wurde 1971 in Kassel gegründet; weitere Gesamthochschulen: Duisburg, Essen, Hagen (Fernuniversität), Paderborn, Siegen, Wuppertal.

2. theologische Hochschulen , Philosophisch-Theologische Hochschulen: kirchliche Hochschulen .

3. pädagogische Hochschulen: Lehrer .

4. Kunsthochschulen: Kunsthochschule .

5. Musikhochschulen: Musikhochschule .

6. Sporthochschulen: in Köln, Mainz und Grünwald bei München (Ausbildung zum Leibeserzieher, Staatsprüfung).

7. Hochschulen besonderer Art sind: Hochschule für Verwaltungswissenschaften , Speyer (Ausbildung für den höheren Verwaltungsdienst); Hochschule für Film und Fernsehen , München; Hochschulen der Bundeswehr in Hamburg und München.

In Österreich gibt es wissenschaftliche Hochschulen mit Fakultätsgliederung: Universitäten in Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Wien, gegliedert in rechts- und staatswissenschaftliche, medizinische, philosophische, katholisch-theologische (evangelisch-theologische) Fakultät; technische Hochschulen in Graz und Wien mit je drei Fakultäten; Hochschulen ohne Fakultätsgliederung: Montan-Universität in Leoben; Hochschule für Welthandel in Wien; Hochschule für Bodenkultur in Wien; tierärztliche Hochschule in Wien; Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt.

In der Schweiz gibt es Universitäten in Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne (mit École Polytechnique Fédérale de Lausanne, EPFL), Neuchâtel und Zürich, die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich und die Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in St. Gallen.