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katholischer Orden, 1534 von Ignatius von Loyola gegründet und von Papst Paul III. 1540 bestätigt. Er breitete sich im 16. Jahrhundert in Europa aus und war vor allem das Instrument der Gegenreformation. Als Missionare waren und sind die Jesuiten in Asien, Afrika und Südamerika tätig. Besondere Bedeutung erlangte hierbei der sog. Jesuitenstaat in Paraguay.
Der große Einfluss der Jesuiten auf Kirche und Staat im 17. und 18. Jahrhundert rief so starken Widerstand hervor, dass Klemens XIV. unter dem Druck der romanischen Staaten den Orden 1773 auflöste. Ausweisung und Verbot der Jesuiten Ausweisung und Verbot der Jesuiten Die Ausweisung der Jesuiten aus Portugal 1759 ist der Auftakt zum Kampf der romanischen Staaten Portugal, Spanien und Frankreich gegen diesen Orden. Hintergrund ist der Wunsch der Monarchen, den Einfluss der seit der Gegenreformation im 16. Jahrhundert immens einflussreichen, aber absolut papsttreuen Jesuiten zu brechen, um eventuell mögliche Einmischungen der Kurie in ihre Landespolitik unmöglich zu machen. 1773 muss Papst Klemens XIV. den Orden aufheben, der bis 1814 verboten bleibt. Er rechtfertigt zwar die Ausweisungen, doch spricht aus dem Erlass auch der Druck, der von den romanischen Staaten auf ihn ausgeübt wurde. Sein Verbot leitet die Ära der Säkularisation der Kirche ein: § 2 ... [Die Jesuiten brachten so viel Streit und Entzweiung in die Kirche, dass sie] die Herzen der Gläubigen zu Parteilichkeit, Hass und Feindschaft entzündeten. Man brachte es endlich so weit, dass selbst diejenigen, deren traditionelle Frömmigkeit und Großmut gegen die Gesellschaft allgemein gerühmt wurde, nämlich unsere in Christo geliebtesten Söhne, die Könige von Frankreich, Spanien, Portugal und von beiden Sizilien, sich genötigt sahen, die Ordensglieder aus ihren Staaten zu verbannen und zu vertreiben, weil sie dieses für das einzige und notwendige Mittel ansahen, um zu verhindern, dass sich die Christen im Schoße der heiligen Mutter Kirche einander selbst reizten, angriffen und zerrissen ... § 24 ... Da Wir nun durch die Gnade Gottes auf den Stuhl Petri gesetzt wurden, so gelangten sogleich auch diese Bitten, Forderungen und Wünsche an Uns, welche dann zu gleicher Zeit von verschiedenen Bischöfen und anderen durch Würde, Wissen und Gottesfurcht ausgezeichneten Männern unterstützt wurden ... § 26 ... Aus diesen wichtigen Beweggründen also und aus anderen Ursachen, welche Uns die Regeln der Klugheit und eine gute Leitung der allgemeinen Kirche nahe legen und die Wir großmütig für Uns behalten ..., löschen Wir nach reiflicher Überlegung, aus sicherer Kenntnis und kraft Apostolischer Vollmacht die erwähnte Gesellschaft aus ..., schaffen sie ab und heben auf und beseitigen alle und jede ihrer Ämter..., Häuser, Schulen, Kollegien, Hospize ..., in welchem Reiche, in welcher Provinz und unter welcher Botmäßigkeit sie auch immer liegen mögen..." 1814 wurde der Orden durch Pius VII. wieder eingeführt. In Deutschland war er 1872 – 1917 verboten.
Die Jesuiten sind in einer militärisch straffen Organisation zusammengefasst und werden streng und sorgfältig ausgewählt (Ausbildung der Professen 17 Jahre). Sie tragen kein eigenes Ordenskleid und haben kein gemeinsames Chorgebet. Geistliche Übungen führen zu einer starken Zucht des eigenen Willens. Zu den drei üblichen Ordensgelübden kommt als 4. noch der unbedingte Gehorsam gegenüber dem Papst hinzu. Die Jesuiten werden von einem Jesuitengeneral , dem 4 Generalassistenten beratend zur Seite stehen, von Rom aus geführt. Die Mitglieder der SJ (rund 20 100) werden unterschieden in: Professen, Koadjutoren (Priester und Laienbrüder), Scholastiker und Novizen . Die Jesuiten widmen sich besonders der Mission, Erziehung, Wissenschaft und Großstadtseelsorge. Ihr Wahlspruch: „Omnia ad maiorem Dei gloriam“ (lateinisch, „Alles zur größeren Ehre Gottes“).
Auch: lateinisch Societas Jesu , Abkürzung SJ, ; Gesellschaft Jesu