K ọ nstantin I.

The referenced media source is missing and needs to be re-embedded. © wissenmedia Konstantin I. (römischer Kaiser) Konstantin I. (römischer Kaiser) © wissenmedia Flavius Valerius Constantinus, römischer Kaiser 306 – 337, * um 275 Naissus, † 22. 5. 337 bei Nikomedia; Sohn des Constantius Chlorus und der Christin Flavia Helena .

Während der Regierungszeit Konstantins begann der welthistorische bedeutsame Aufstieg des Christentums zur spätantiken Reichskirche, der Anfang eines religionsgeschichtlichen Prozesses, der die Beziehung von Staatsgewalt und Kirche bis in die Neuzeit beeinflusste.

Konstantin wurde 306 nach dem Tod seines Vaters vom Heer in Britannien zum Kaiser ausgerufen und von Galerius , dem Augustus des Ostens, als Caesar des Westens anerkannt; 307 von Maximianus , dem ehemaligen Mitkaiser des Diocletians , mit der Tochter Fausta verheiratet und ebenfalls als Augustus anerkannt. Der Sieg über Maxentius , den Augustus von Italien, an der Milvischen Brücke bei Rom 312 machte Konstantin zum Herrscher über den Westteil des Reichs. In der christlichen Tradition wird eine angebliche Kreuzesvision vor der Schlacht als Anlass betrachtet, Kreuzeszeichen auf die Schilde der Soldaten malen zu lassen, später als sogenanntes Christogramm gedeutet (als Anfangsbuchstaben des griech. Namens Christus, d. h. Chi [X] und Rho [P]). Mit Licinius , dem Herrscher des Ostens, einigte sich Konstantin 313 in Mailand (sog. Mailänder Edikt , in Wirklichkeit nur eine Absprache zwischen den Kaisern) auf ein religionspolitisches Programm, das – propagandistisch gegen den Mitkaiser Maximinus Daia gerichtet – dem Christentum wie den heidnischen Kulten Religionsfreiheit zusicherte. Zwischen Konstantin und Licinius kam es zu wiederholten Konflikten, vor allem als Konstantin 317 zwei Söhne zu Caesares erhob. Nach den Siegen bei Adrianopel in Thrakien und Chrysopolis in Bithynien 324 über Licinius war Konstantin Alleinherrscher und kehrte mit nun insgesamt 3 Söhnen als Caesares zur Erbmonarchie zurück; seine Frau Fausta und die Mutter Helena wurden zu Augustae erhoben. 326 ließ Konstantin seinen Sohn und Caesar Crispus und dessen Stiefmutter Fausta hinrichten und ernannte erst 333 und 337 neue Caesares.

Das Reich wurde gegen die germanischen Franken (328) und Goten (332) gesichert, indem man sie als Verbündete ins Heer eintreten und den Grenzschutz übernehmen ließ. Trotzdem konnte Konstantin die ständige Bedrohung der Grenzen nicht beseitigen (335 Aufgabe des obergermanisch-rätischen Limes, Rückzug der Grenztruppen hinter Rhein und Donau).

Innenpolitisch führte er die Verfassung, Verwaltung und Verteidigung nach den Richtlinien Diocletians weiter, verstärkte den Zwangsstaat mit strengem Hofzeremoniell und Betonung der Heiligkeit des Kaisers. Er errichtete einen straff organisierten Beamtenstaat unter weitgehender Eingliederung der Kirche, vollendete die Trennung der militärischen von der zivilen Gewalt und gliederte das Reich neu (4 Präfekturen, unterteilt in 14 Diözesen und 117 Provinzen). Konstantin stattete die Kirche mit staatlichen Aufgaben und Rechten aus, erklärte den Sonntag zum staatlichen Feiertag und begann mit dem Bau der Laterankirche in Rom. Zur Beilegung innerkirchlichen Streitigkeiten über die Natur Christi berief Konstantin 325 das Konzil von Nicäa , auf dem die Lehre des Arius (Arianismus) als Häresie verdammt und die des Athanasius zur rechtgläubigen erhoben wurde. Konstantin förderte die Bautätigkeit u. a. in Rom (Peterskirche), Palästina (Grabeskirche in Jerusalem), Trier (sogenannte Aula) und Byzanz, das er 324 neu als Konstantinopel („Konstantinsstadt“) gründete und das nach seiner Einweihung am 11. 5. 330 als Residenz Rom allmählich in den Hintergrund treten ließ.

Trotz seiner Bemühungen um eine Integration der Christen in den römischen Staat verbot Konstantin die heidnischen Kulte nicht, blieb sogar pontifex maximus und damit höchster Verantwortlicher für die altrömische Religion und hatte eine starke Affinität zum Schutzgott seines Vaters, dem Sonnengott, was sich auf Münzabbildungen und deutlich in seiner Statue auf dem Forum in Konstantinopel zeigt, wo er sich im Strahlenkranz des Sonnengottes abbilden ließ. Konstantin ließ sich erst kurz vor seinem Tode taufen. Er starb bei den Vorbereitungen zu einem Perserfeldzug. Vor diesem Hintergrund wird in der historischen Forschung die individuelle religiöse Disposition des Kaisers, mit dessen Namen die konstantinische Wende – die Neuorientierung der römischen Religionspolitik im 4. Jahrhundert und der Übergang von der Zeit der Verfolgung des Christentums zur Reichskirche der Spätantike – später verknüpft wurde, unterschiedlich interpretiert. Die von dem Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea begründete christliche Überlieferung feierte ihn als Vorbild des wahren Herrschers. Auf ihn berief sich aber auch der byzantinische Cäsaropapismus. Durch die Beisetzung in der Apostelkirche zu Konstantinopel wurde Konstantin als 13. Apostel geehrt. Er zählt zu den Heiligen der armenischen, griechischen und russischen Kirche (Tag: 21. 5.)

Auch: Konstantin der Große