Lehrdichtung
Dichtung, die in einer künstlerischen Form Wissen vermitteln will; in erster Linie das Lehrgedicht , ein umfangreiches Epos, das von Philosophie, Astronomie, Medizin oder anderen Wissensgebieten handelt.
Andere Formen der Lehrdichtung, die kürzer sind und nur teilweise lehrhaften Charakter haben, sind Fabel , Parabel , Legende , Satire und Tendenzdrama. Die wichtigsten Formen der Lehrdichtung sind der Spruch und das Epigramm. Bekannte Beispiele gaben für das Lehrgedicht: Parmenides, Horaz („Ars poetica“), Vergil („Georgica“); Parabel: Das Neue Testament (die sog. „Gleichnisse“), G. E. Lessing („Ringparabel“ aus „Nathan der Weise“); Fabel: M. Luther , J. de La Fontaine , G. E. Lessing; Legende: Hartmann von Aue , Konrad von Würzburg ; Satire: M. de Cervantes Saavedra („Don Quijote“), Goethe ; Tendenzdrama: B. Brecht ; Spruch: Walther von der Vogelweide , Goethe, F. Rückert ; Epigramm: Martial , Schiller , Goethe. Dramentexte des didaktischen Theaters ( Lehrstück ) können im engeren Sinne nur als Lehrdichtung gelten, wenn sie in Versform verfasst sind.
Auch: didaktische Poesie