Mezzogiorno
Bezeichnung für die südlich von Rom liegenden Teile des italienischen Festlands, Sizilien, Sardinien und die kleinen Inseln, 123 000 km 2 , 21,0 Mio. Einwohner; umfasst den Teil Italiens, der keine ausreichende wirtschaftliche Basis für die Bevölkerung bietet und in dem eine starke Abwanderung stattfindet. Ungünstige Naturausstattung, jahrhundertelange Ausbeutung im Rahmen der Fremdherrschaft im „Königreich beider Sizilien“ und in Sardinien sowie Latifundienwirtschaft waren die wichtigsten Ursachen der Verarmung. Seit 1950 wurden mit Hilfe der „Cassa per il Mezzogiorno“ gezielte entwicklungspolitische Maßnahmen wie Bodenreform und Bewässerungsanlagen (besonders in den Küstengebieten), Verkehrserschließung, Industrieansiedlung und Fremdenverkehrsförderung durchgeführt. Trotz positiver Entwicklung in vielen Bereichen blieben die ökonomischen Schwächen erhalten.