Mussol ị ni
Benito, italienischer Politiker (Faschist), * 29. 7. 1883 Doria bei Predappio, Provinz Forlì, † 28. 4. 1945 bei Giuliano di Mezzegra am Comer See (erschossen); Lehrer, trat 1900 in die Sozialistische Partei (PSI) ein; 1902 – 1904 in der Schweiz, dann als Parteifunktionär im damals österreichischen Trient, wo er ausgewiesen wurde; 1912 – 1914 Chefredakteur des sozialistischen Parteiorgans „Avanti“ in Mailand. 1914 gründete er die Zeitung „Popolo d ’ Italia“, die später die faschistische Kampfzeitung wurde, 1919 in Mailand den ersten Fasci di combattimento („Kampfbund“). Mussolini wurde damit zum Begründer des Faschismus . 1921 wurden die Fasci in eine politische Partei, die Partito Nazionale Fascista (PNF) , umgewandelt und nach dem „Marsch auf Rom“ (28. 10. 1922) am 31. 10. vom König mit der Regierungsbildung beauftragt. Nach der ersten schweren Krise seiner Partei (Ermordung G. Matteottis ), die Mussolini bestand, erreichte er durch den Staatsstreich vom 5. 1. 1925, durch Gesetz von 1926 legalisiert, diktatorische Vollmacht; er wurde Duce („Führer“) des Faschismus und Capo del Governo („Regierungschef“). Er schaltete seine politischen Gegner aus und änderte die Verfassung. Sein größter innenpolitischer Erfolg war 1929 die Aussöhnung mit Papst Pius XI. in den Lateranverträgen . Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Urbarmachung der Pontinischen Sümpfe und die Unterwerfung Tripolitaniens sowie eine wirkungsvolle Rednergabe verschafften ihm eine große Anhängerschaft. Höhepunkt seiner Laufbahn war die Eroberung Äthiopiens. Die gemeinsame Beteiligung Deutschlands und Italiens am Spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939, die Gründung der „Achse Berlin – Rom“ 1936 und der Abschluss des „Stahlpakts“ Mai 1939 brachten Mussolini in Abhängigkeit von Hitler. Im September 1938 konnte er den Kriegsausbruch durch Vermittlung im Münchner Abkommen noch verhindern; 1939 scheiterten ähnliche Versuche. Mit dem Eintritt Italiens in den 2. Weltkrieg im Juni 1940 übernahm Mussolini den Oberbefehl über die italienischen Truppen. Nach den Niederlagen der Italiener (Griechenland, Afrika) sprach ihm der Große Faschistische Rat am 25. 7. 1943 sein Misstrauen aus, und er wurde auf Befehl des Königs gefangen gesetzt. Aus der Haft auf dem Campo Imperatore am Gran Sasso d ’ Italia befreiten ihn deutsche Fallschirmjäger; er wurde mit seiner am 23. 9. proklamierten Repubblica Sociale Italiana völlig von Hitler abhängig. Kurz vor Kriegsende wurde er mit seiner Geliebten, Claretta Petacci (* 1912, † 1945), auf der Flucht verhaftet und ohne Gerichtsverfahren von italienischen Partisanen erschossen.