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In der Zeit des Erdölbooms wurde die Agrarproduktion stark vernachlässigt, so dass Nigeria – einst selbst Exporteur – von Nahrungsmittelimporten abhängig wurde. Inzwischen wird die Landwirtschaft wieder mehr gefördert, aber es überwiegen noch immer Kleinbetriebe zur Selbstversorgung. Angebaut werden vor allem Knollenfrüchte, Reis und Sorghum für den Eigenbedarf sowie Kakao, Ölpalmen, Baumwolle, Erdnüsse und Kautschuk für den Export. Viehzucht (vor allem Rinder) wird in den nördlichen Savannengebieten betrieben.

An Bodenschätzen werden neben Erdöl und Erdgas auch Zinn, Kohle und Eisenerz gefördert. Die Industrialisierung erhielt durch den Erdölboom starken Auftrieb. Neben den traditionellen Zweigen wie der Nahrungsmittel- und Textilindustrie entstanden u. a. Stahl- und Zementwerke, Gasverflüssigungsanlagen, Erdölraffinerien sowie Montagewerke für Kraftfahrzeuge. Einige Industrieanlagen sind aber aufgrund von mangelnder Wartung und fehlendem technischen Know-how nicht mehr betriebsbereit.