Österreich

Der früher vielseitige Bergbau beschränkt sich nach zahlreichen Stilllegungen, z. B. im Braunkohleabbau, nur noch auf wenige Standorte. Abgebaut werden Buntmetalle und Erden, Steinsalz im Salzkammergut und bei Hallein sowie Eisenerz, das seit über 1000 Jahren in der Obersteiermark gewonnen wird und im 19. Jahrhundert Grundlage vielfältiger Verarbeitungsindustrien war. Von größerer Bedeutung sind heute die Magnesitvorkommen in Tirol, Kärnten und der Steiermark. Den Erdöl- und Erdgasbedarf kann Österreich nur zu einem geringen Teil aus eigener Förderung decken. Die Energieerzeugung wird zu zwei Dritteln durch heimische Wasserkraft gedeckt. Die Nutzung von Kernenergie wurde 1978 durch Volksentscheid abgelehnt.

Die wichtigsten Industriezweige sind die Chemiebranche, der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Eisen- und Stahlindustrie. Hinzu kommen Wachstumsbranchen wie die Hochtechnologie. Abgenommen hat dagegen die Bedeutung der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Industriezentren liegen im Wiener Becken, der Obersteiermark, in Teilen des Alpenvorlandes, um Graz und Salzburg sowie im Tiroler Inntal. Rund ein Viertel der industriellen Arbeitskräfte ist in Staatsbetrieben beschäftigt, die jedoch nur rund 17% der gesamten Industrieproduktion erwirtschaften.