Oral History

eine vorwiegend im angelsächsischen Raum ähnlich der Lebenslaufforschung entwickelte Forschungsrichtung, die Geschichte auch in ihrer subjektiven Ausdeutung erschließen will. Z. B. werden die Lebensgeschichten einzelner Individuen, die als typisch gelten können, aufgezeichnet (Interviews, Tonbandprotokolle) und analysiert oder eine größere Anzahl von Lebensgeschichten statistisch ausgewertet. Anders als die objektivierte Geschichtsforschung setzt sich die Oral History für eine Geschichtsschreibung „von unten“ ein, indem den Erzählungen einfacher Leute die Prädikate des Mitteilungs- und Erkenntniswürdigen zuerkannt werden.