Otto I.
deutscher König 936 – 973, Kaiser seit 962, * 23. 11. 912, † 7. 5. 973 Memleben; Vater von Otto II ; 936 von seinem Vater Heinrich I. designiert, in Aachen gewählt und gekrönt. Bei dem Versuch, die Gewalt der Herzöge weiter zurückzudrängen, geriet Otto mit diesen 937 – 939 und 941 in einen Kampf, den er siegreich beendete und durch die Übergabe der Herzogtümer an Verwandte und Gefolgsleute abschloss. Da sich auch sie als unzuverlässig erwiesen, baute Otto die deutsche Reichskirche als Stütze der Königsgewalt aus (ottonisch-salisches Reichskirchensystem) . 936/37 sicherte Otto die Grenzen gegen die Slawen durch Errichtung zweier Marken unter Hermann Billung und Gero . Er förderte energisch die Slawenmission und errichtete mehrere neue Bistümer im Norden und Osten des Reichs, vor allem das Erzbistum Magdeburg (968). 940 und 946 unternahm er Feldzüge nach Frankreich, wo er eine fast schiedsrichterliche Stellung einnahm. 951 zog er über die Alpen; Berengar II. von Ivrea floh und Otto übernahm die langobardische Königswürde, die er im selben Jahr durch seine Heirat zu Pavia mit der Witwe König Lothars von Italien , Adelheid von Burgund, zusätzlich legitimierte; über Burgund übte er eine Schutzherrschaft aus. 955 beendete Ottos Sieg auf dem Lechfeld die Ungarneinfälle.
961 zog Otto, von Papst Johannes XII. gegen Berengar zu Hilfe gerufen, zum zweiten Mal nach Italien und wurde 962 zum Kaiser gekrönt. Otto erneuerte die Schutzherrschaft über das Papsttum in bewusster Anknüpfung an die Politik Karls des Großen, dehnte seine Macht nach Unteritalien aus und ließ seinen Sohn Otto (II.) 967 zum (Mit-)Kaiser krönen.
Otto hat dem deutschen Königtum eine feste Grundlage geschaffen und das erneuerte Kaisertum gleich zu Anfang auf eine später kaum wieder erreichte Höhe geführt. Er belebte dadurch das Zusammengehörigkeitsgefühl des Abendlands, das er durch die Gewinnung der Westslawen und Ungarns für die abendländische Kultur und das Christentum beträchtlich nach Osten erweiterte.
Auch: Otto der Große