römische Kunst

Die geschichtliche Hauptleistung der römischen Bildhauerkunst ist vielfältiger als gemeinhin angenommen; sie liegt einmal in der Überlieferung griechischer Bildwerke, vor allem der klassischen Zeit des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr., durch Kopien, die den historisierenden Wunsch nach Überhöhung des Daseins und Steigerung des eigenen Repräsentationswerts für die gebildete römische Führungsschicht zu befriedigen hatten. Zum anderen ist die Schaffung des realistisch-veristischen Individualporträts zu nennen, in dem durch Erfassung der physiognomischen Details im Sinne des jeweils Untypischen zum ersten Mal in der Geschichte der europäischen Kunst die geschichtliche Persönlichkeit unverwechselbare Gestalt gewinnt. Eigenständig ist auch die Ausbildung der historischen Reliefskulptur. Hauptwerke dieser durch realistischen Erzählstil gekennzeichneten Kunstgattung sind die Darstellungen an der Ara Pacis Augustae, am Titus- und am Konstantinsbogen sowie an Trajans- und Markussäule in Rom.