Sapir-Whorf-Hypothese

eine Hypothese, die von den US-amerikanischen Linguisten E. Sapir und B. L. Whorf ( Whorf ’ sche Hypothese ) aufgrund der Beschäftigung mit Indianersprachen in den 1930er Jahren aufgestellt wurde. Sie besagt, dass jeder Sprache bestimmte, von anderen Sprachen unterschiedene Denk- und Anschauungsformen – z. B. hinsichtlich der Wahrnehmung von Raum, Zeit und Farben – eigen seien. Bereits im 19. Jahrhundert vertrat W. von Humboldt ähnliche Thesen. Diese Gedanken sind von L. Weisgerber aufgegriffen und systematisiert worden. Die Sapir-Whorf-Hypothese war heftig umstritten. Die heutige Forschung tendiert dazu, die allen Sprachen gemeinsamen Züge herauszuarbeiten ( sprachliches Relativitätsprinzip ).

Auch: linguistisches Relativitätsprinzip