Solidarno ś ć

die 1980 gegründete Dachorganisation unabhängiger polnischer Gewerkschaften, deren Gründung nach umfangreichen Streiks von der Regierung zugestanden werden musste und die rasch zur Massenbewegung für eine Demokratisierung Polens wurde (1981: 10 Mio. Mitglieder). Führender Repräsentant und erster Vorsitzender der Solidarno ś ć war bis 1990 L. Wa ł ę sa. Nach der Verhängung des Kriegsrechts 1981 wurde die Organisation unterdrückt, 1982 offiziell verboten. Bei der demokratischen Umgestaltung Polens übernahm die 1989 wieder legalisierte Solidarno ś ć eine führende Rolle. Wa ł ę sa wurde Staatspräsident. Nach 1990 differenzierte sich die Anhängerschaft der Organisation. Nach der Etablierung der Demokratie in Polen konzentrierte sich die Solidarno ś ć unter dem neuen Vorsitzenden M. Krzaklewski (seit 1991) zunächst wieder verstärkt auf ihre gewerkschaftliche Funktion. Krzaklewski gründete 1996 die Wahlaktion Solidarität (AWS) , die bei den Parlamentswahlen 1997 zur stärksten Partei wurde und bis 2001 Regierungsverantwortung trug. Die Gewerkschaft zog sich 2001 aus der AWS zurück.

Auch: Verband unabhängiger Gewerkschaften – Solidarität