Sturm 〈m. 1u〉 1 〈Meteor.〉 Wind mit einer Stärke von mindestens 9 2 〈allg.〉 starker Wind 3 〈Sp.; Mil.〉 heftiger, entscheidender Angriff 4 〈Sp.〉 Gesamtheit der Stürmer 5 〈fig.〉 5.1 heftige Erregung 5.2 Aufruhr, Tumult ● ~ und Drang Richtung der dt. Literatur von 1767–1785, die sich gegen den Rationalismus der Aufklärung wandte u. durch Gefühlsüberschwang u. Freiheitsdrang gekennzeichnet ist (nach dem Schauspiel ”Sturm und Drang“ (urspr. Titel ”Der Wirrwarr“) von F. M. Klinger); ~–und–Drang–Zeit Zeitraum des Sturm u. Drangs; ein ~ der Empörung, Entrüstung; den Stürmen des Lebens ausgeliefert sein, trotzen 〈fig.〉; ~ der Leidenschaften 〈fig.〉 ● wer Wind sät, wird ~ ernten (nach Hosea, 8,7); gegen eine Anordnung ~ laufen heftig dagegen ankämpfen; ~ läuten 〈fig.; umg.〉 heftig, stark läuten; der ~ legt sich; der ~ tobt ; ein furchtbarer, verheerender ~ wütet über dem Land ● ein ~ auf die Banken setzte ein (um Geld abzuheben); sein Barometer steht heute auf ~ 〈fig.; umg.〉 er hat heute schlechte Laune; durch ~ und Regen laufen; es war nur ein ~ im Wasserglas 〈fig.〉 häusl. Streit, Aufregung um Kleinigkeiten; jmdn. od. jmds. Herz im ~ erobern 〈fig.〉 schnell jmds. Sympathie erringen; eine Festung im ~ erobern, nehmen; die Ruhe vor dem ~ vor dem Gewitter; vor einem Angriff; 〈fig.〉 vor einem Zornausbruch; zum ~ blasen 〈Mil.〉 [<mhd., ahd. sturm <germ. *sturm ”Unwetter“; Verwandt mit: stören]
S
Sturm
WahrigQuelle: Wahrig Wissenschaftslexikon