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Giuseppe, italienischer Opernkomponist, * 10. 10. 1813 Roncole bei Busseto, † 27. 1. 1901 Mailand; studierte bei Vincenzo Lavigna (1776 – 1836) in Mailand und wurde 1836 Musikdirektor in Busseto; lebte und wirkte ab 1838 in Mailand, wo 1839 seine erste Oper „Oberto, Conte di San Bonifazio“ uraufgeführt wurde. 1842 gelang ihm mit „Nabucodonosor“ (heute nur noch bekannt unter dem Titel „Nabucco“) der künstlerische Durchbruch. Verdi war neben R. Wagner der bedeutendste Opernkomponist des 19. Jahrhunderts, dem es auf eine psychologische Ausleuchtung seiner Figuren ankam. Dabei stellte er deren Einzelschicksale in den Kontext der gesellschaftlichen Realität, die oft bewusst historische Ereignisse im zeitgenössischen Italien miteinbezog und Verdi zu einem Symbol für die Freiheitsbewegung des Risorgimento machte. Besonders ausdrucksstarke Opern gelangen ihm in der Vertonung von Shakespeare ’ schen Bühnenwerken wie „Macbeth“ (1847), Othello (1887) oder „Falstaff“ (1893). Bei seinen ersten Bühnenwerken mit patriotischem Grundton („Nabucco“ 1842; „Ernani“ 1844) liegt der Akzent auf den mitreißenden Chorgesängen, in der 2. Schaffensperiode (u. a. „Rigoletto“ 1851; „Der Troubadour“ 1853; „La Traviata“ 1853) treten die melodisch durchgearbeiteten Einzelgesänge stärker hervor; die 3. Periode („Ein Maskenball“ 1859; „Die Macht des Schicksals“ 1862; „Don Carlos“ 1867; Aida 1871 u. a.), in der Verdi sich im Gegensatz zu Wagner auf dem Weg zum realistischen Musikdrama befindet, ist gekennzeichnet durch das gleichberechtigte Nebeneinander von Gesang und orchestraler Musik. Daneben schrieb Verdi Lieder, ein Streichquartett in e-Moll (1873) und die große, als sakrale Oper angelegte „Messa da Requiem“ 1874 zum Gedächtnis A. Manzonis.