Vorurteil
ein Urteil über eine Sache, Person oder Personengruppe, das auf einem ungeprüften „Vorwissen“ beruht. Da keine Überprüfung an objektiven Tatbeständen stattgefunden hat, kann das Vorurteil niemals Wahrheitsanspruch erheben. Intoleranz und Unkenntnis sind häufig die Grundlage von Vorurteilen, z. B. gegenüber soziokulturellen und rassischen Minderheiten. Vorurteile führen nicht selten zur Diskriminierung von Fremdem und Andersartigem. Sie dienen der Fixierung der eigenen sozialen Stellung und damit auch dem Abbau von Unsicherheit.
In der philosophischen Hermeneutik gelten Vorurteile als etwas Unvermeidbares, da sie als Vorverständnis vielfach auch das Verstehen einer Sache ermöglichen. Sie bedürfen allerdings der Korrektur durch das methodische Wissen.