Watergate-Affäre
innenpolitischer Skandal in den USA, der zum ersten Rücktritt eines Präsidenten führte.
Während des Präsidentschaftswahlkampfs 1972 verübten Beauftragte des Wahlkomitees der Republikaner einen Einbruch im Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate Building in Washington und installierten dort Abhörgeräte. Die Täter wurden gefasst. Durch journalistische Nachforschungen stellte sich heraus, dass Vertraute des Präsidenten R. Nixon von dem kriminellen Akt gewusst und nach seiner Aufdeckung unter Leitung und Mitwirkung Nixons versucht hatten, ihre Beteiligung zu vertuschen. Mehrere enge Mitarbeiter des Präsidenten (u. a. der Justizminister) mussten ihr Amt aufgeben und wurden z. T. vor Gericht gestellt und verurteilt. Nach einer Untersuchung durch einen Senatsausschuss beschloss der Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses die Einleitung eines Verfahrens zur Amtsenthebung ( Impeachment ) gegen Nixon wegen Amtsmissbrauchs, Behinderung der Justiz und Missachtung des Kongresses. Nixon bekannte einen Teil seiner Schuld und trat am 9. 8. 1974 zurück. Vizepräsident Gerald R. Ford wurde 38. Präsident der USA. Er gewährte Nixon Straffreiheit für alle ungesetzlichen Handlungen im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre. 2005 wurde bekannt, dass der damalige stellvertretende FBI-Direktor M. Felt der Presse die entscheidenden Informationen geliefert hatte.