irre

Herkunft
mhd. irre, ahd. irri geht auf germ. *erzja– „verirrt“ zurück, auch in altengl. irre und got. airzeis; eine nahe Verwandtschaft mit lat. errare „irren, verirren“ ist anzunehmen, außerdem als Quelle die idg. Wurzel *er(ə)s– „rasen, sich schnell bewegen; ziellos umherlaufen“; aus der Ausgangsbedeutung „rasend, sich schnell bewegend“ entwickelte sich schnell die Bedeutung „zornig“, aus der dann in neuhochdeutscher Zeit „verwirrt, unberechenbar“ wurde; während das dazugehörige Substantiv Irrer eine ähnliche Entwicklung durchlief, bezieht sich das Verb irren noch auf die ältere Bedeutung „ziellos umherlaufen, sich verirren“; da die Bedeutung „psychotisch, verstört“ für irre erst spät aufkam, sind auch die Zusammensetzungen Irrenanstalt und Irrenhaus dementsprechend erst im 18. und 19. Jh. anzusiedeln; das Kompositum Irrgarten „Labyrinth“ dagegen bezieht sich ebenso auf die ältere Bedeutung und stammt bereits aus dem 16. Jh. (mhd.)