Ob die geschäftliche Korrespondenz oder der private Austausch - heute ist die E-Mail längst eines der wichtigsten Kommunikationsmittel. Allein 2015 sind knapp 540 Milliarden E-Mails in den Postfächern deutscher Internet-Nutzer eingegangen - so viele wie nie zuvor. Aber wie gehen wir mit der täglichen Mail-Flut um? Wird das Postfach regelmäßig aufgeräumt oder herrschen hier eher chaotische Verhältnisse? Und: Welche Rückschlüsse auf die Persönlichkeit lässt das E-Mail-Verhalten zu?
Diese Fragen ist nun eine Umfrage der beiden deutschen E-Mail-Anbieter web.de und gmx auf den Grund gegangen. Von rund 2.000 repräsentativ ausgewählten Teilnehmern wollten sie wissen, wie oft und wie gründlich die Nutzer ihr Postfach aufräumen und ihre E-Mails lesen und sortieren. Ein Trend zeigte sich dabei generell: "Die Mehrheit der E-Mail-Nutzer geht professionell mit ihrer privaten Kommunikation um", kommentiert Jan Oetjen, Geschäftsführer von web.de und gmx. "Die Gewohnheiten unterscheiden sich allerdings sehr stark von Nutzer zu Nutzer."
Interessanterweise gibt es in puncto E-Mail offenbar drei Nutzertypen: den Gewissenhaften, den Sammler und den Lässigen.
Der Gewissenhafte: Tagesziel leeres Postfach
Der Gewissenhafte ist gut strukturiert: Keine E-Mail bleibt lange unbearbeitet, keine Frage unbeantwortet und kein Termin unbestätigt. Damit er nicht den Überblick verliert, nutzt der Gewissenhafte meist nur eine bis zwei E-Mail-Adressen und einen E-Mail-Anbieter. Dort schaut er mindestens einmal täglich nach, ob neue Nachrichten eingegangen sind. Diese werden meist sofort gelesen und kurzfristig beantwortet. Im Idealfall sind am Ende des Tages alle privaten E-Mails beantwortet, geordnet und archiviert.
Tatsächlich trägt eine aufgeräumte Mailbox zur Zufriedenheit bei, das zeigt auch die Umfrage: Immerhin 83 Prozent der Befragten fühlt sich einfach besser, wenn im Postfach Ordnung herrscht. 42 Prozent empfinden sogar Glück, wenn ihr E-Mail-Postfach aufgeräumt ist. Ungelesene oder unbeantwortete E-Mails im privaten E-Mail-Postfach wirken auf jeden Zweiten wie unerledigte Arbeit. Ein Drittel fühlt sich sogar gestresst beim Anblick einer unaufgeräumten Mailbox.
Der Sammler: Postfach als Archiv
Ähnlich wie ein Archivar bewahrt der Sammler seine digitalen Nachrichten in gut strukturierten Ordnern auf. Löschen kommt für ihn nicht in Frage, sie könnten ja später noch einmal wichtig sein. Im Gegensatz zum Gewissenhaften legt der Sammler weniger Wert darauf, E-Mails in einem bestimmten Zeitraum zu beantworten.
Ihm ist es wichtiger, auf möglichst vielen Wegen erreichbar zu sein und die eingetroffenen E-Mails ordentlich aufzubewahren. Deshalb nutzt der Sammler meist mehr als zwei E-Mail-Adressen und mindestens zwei E-Mail-Anbieter. Obwohl er unterschiedliche Postfächer besitzt, verliert er nie den Überblick. Nachdem er eine E-Mail gelesen hat, fügt er sie sofort in einen passenden Ordner ein.
Der Lässige: E-Mail nicht gelesen und Termin verpasst
Der Lässige sieht die Bearbeitung seines E-Mail Postfachs etwas entspannter. Er fühlt sich nicht verpflichtet, auf E-Mails zu antworten und lässt diese oftmals ungelesen und unbeantwortet in seinem Postfach liegen. Mit seiner Laissez-Faire-Attitüde ist der Lässige ein etwas chaotischer E-Mail-Nutzer – aber keine Seltenheit: Knapp jeder Zweite hat mehr als 20 ungelesene E-Mails in seinem hauptsächlich genutzten Postfach, jeder Fünfte sogar mehr als 50 ungelesene Nachrichten.
Das hat allerdings auch Nachteile: Der Lässige übersieht aufgrund seines unaufgeräumten Postfachs schon mal eine wichtige Mail oder verpasst einen Termin. Für ihn ist der Anblick seines unaufgeräumten E-Mail-Postfachs der Normalzustand.




