Billig und einfach
Früher war CD-Brennen eine teure und komplizierte Angelegenheit, die sich nur die wenigsten leisten konnten. Heute können auch Laien problemlos und für wenig Geld Audio-CDs, Software oder DVDs am eigenen Computer kopieren. CD-Brenner gehören zur Standard-Ausstattung jedes Komplettrechners, und CD-Rohlinge kosten so viel wie ein Päckchen Kaugummi. Schon nach wenigen Minuten hält man eine komplette CD mit dem Inhalt seiner Wahl in der Hand, selbst ältere Brenner brauchen nicht länger als 20 Minuten für den Brennvorgang. Wer DVD-Filme kopieren möchte, sollte allerdings mehr Zeit einplanen: Um eine CD zu brennen, benötigt man lediglich einen CD-Brenner, CD-Rohlinge und die entsprechende Software.
Die treibende Kraft - der CD-Brenner
Wer mehrere hundert CDs im Jahr brennt, braucht ein hochwertiges Markenprodukt. Wer gelegentlich eine Sicherungskopie seiner Daten ablegen möchte und nur ab und zu eine Audio-CD kopiert, ist mit einem preiswerteren Modell gut beraten.
Dabei ist Tempo nicht alles. Der Brenner, der die Silberscheibe am schnellsten beschreibt, muss nicht zwangsläufig auch das beste Gerät sein. Es gibt viele weitere Kriterien, die einen guten Brenner ausmachen. Audio-Liebhaber achten beim Kauf auf:
-die Qualität und die Geschwindigkeit der digitalen Audio-Extraktion (DAE);
-die Kompatibilität des Geräts mit verschiedensten Rohlingen;
-die Lesbarkeit der gebrannten Scheiben auf möglichst vielen CD-Spielern;
-eine hohe Bitgenauigkeit für Audio-Daten;
-die Funktion zum so genannten Überbrennen (das erhöht die Kapazität des Rohlings)
Wer kopiergeschützte CDs brennen möchte, benötigt ein Gerät, das im so genannten RAW-Modus liest und schreibt. Der Brenner sollte ebenfalls in der Lage sein, Rohlinge mehrfach zu beschreiben.
Die tragende Rolle - der CD-Rohling
Bei CD-Rohlingen unterscheidet man zwischen so genannten CD-Rs und CD-RWs. Eine CD-R ist nur einmal beschreibbar, die CD-RW (Rewritable) kann hingegen mehrfach mit Daten beschrieben werden.
Die Qualität eines Rohlings ist unabhängig von seiner Farbreflexionsschicht. Grüne, blaue, rote und silberne Rohlinge sind gleichwertig. Lediglich die hellen "Phtalocyanin-Rohlinge" gelten als besonders langlebig. Welchen Rohling man kauft, ist nicht unbedingt eine Frage des Geldbeutels, sondern des Gerätes, mit dem man arbeitet. Manche Brenner kommen nur mit etwas teureren Markenprodukten zurecht, andere "verdauen" auch eine günstige No-Name-Silberscheibe.
Das Mittel zum Zweck - die Brennsoftware
Um Daten auf eine CD zu brennen, benötigt man ein spezielles Programm. Diese Programme liegen den meisten CD-Brennern beim Kauf bei. Alle modernen Brennprogramme sind für den universellen Einsatz gedacht und funktionieren einwandfrei. Dennoch hat jedes Programm seine Vor- und Nachteile. Es ist durchaus üblich, mehrere Brennprogramme gleichzeitig auf dem Rechner zu installieren, um sie für unterschiedliche Projekte zu benutzen.
Bekannte Brennprogramme sind unter anderem "Feurio!", "WinOnCD", "Nero Burning Rom" und "CloneCD". Feurio! gilt als sehr gutes Programm zum Brennen von Audio-CDs, während WinOnCD und Nero besonders für User geeignet sind, die Video-CDs herstellen möchten.
Das deutsche Programm "Clone-CD" eignet sich besonders gut dafür, kopiergeschützte CDs zu vervielfältigen. Der "Kopierschutzkiller" fertigt selbst von gut geschützten CDs eine exakte 1:1 Kopie an, ohne weitere Software zu benötigen. Clone-CD ist deshalb in Hacker-Kreisen sehr beliebt und der Grund dafür, dass bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung von Softwareneuheiten viele Spiele und Programme auf illegalen so genannten "Warez-Seiten" zum Download bereit stehen.
Zusätzliche Tools für das Kopieren von CDs
"CD-Ripper"
Wer nicht alle Lieder einer CD kopieren möchte und einzelne Titel eventuell vor dem Brennen bearbeiten muss, benötigt einen so genannten CD-Ripper. Ein CD-Ripper liest die entsprechende Audio-CD digital aus und speichert die einzelnen Titel dann als "Wave-Dateien" auf der Festplatte ab. Jetzt kann man die Titel am Computer bearbeiten und später wie gewünscht auf einen Rohling brennen. Wave-Dateien können mit jedem herkömmlichen CD-Spieler abgespielt werden.
"Encoder-Programm"
Diese Programme wandeln die einzelnen Titel vom "Wave-Format" ins bedeutend kleinere und platzsparendere "MP3-Format" um, indem durch ein spezielles Verfahren die nicht hörbaren Bereiche des Wave-Formats herausgefiltert werden.
Das Ergebnis: Eine MP3-Datei ist nur noch vier bis fünf Megabyte groß, unterscheidet sich im Klang aber nicht von einer Wave-Datei, die etwa zehnmal so viel Speicherplatz auf der Festplatte benötigt.
Brennt man MP3-Dateien auf einen CD-Rohling, passen je nach Einstellung der Klangqualität fast 200 Titel auf eine CD. Im Vergleich dazu bietet eine CD, die mit Wave-Dateien bespielt wird, nur Platz für etwa zwölf bis 15 Songs.
Konnten früher MP3-Dateien nur am Computer mit Hilfe eines Software-MP3-Players (wie zum Beispiel "Winamp" oder "Sonique") abgespielt werden, gibt es nun auch HIFI-Geräte, die mit dem MP3-Format zurecht kommen.
DVDs kopieren
Programme wie "MovieJack" oder die ausgezeichnete Freeware "DVDx"dürfen legal benutzt werden und erleichtern das Kopieren von DVDs enorm . Sie sind leicht zu bedienen und fertigen per Knopfdruck eine Kopie der DVD an. Allerdings ist es mit diesen Programmen nur möglich, den Film auf einer DVD zu kopieren - und nicht die komplette DVD mit all den multimedialen Zusatzfeatures.
Wer einen DVD-Film kopieren möchte, muss sich vorher für das Format entscheiden, in dem der Film später abgespielt oder auf eine CD gebrannt werden soll. Gängige Formate sind das Video-CD-Format oder das beliebte "DivX". Video-CDs kann man auf jedem Computer und allen gängigen DVD-Playern abspielen.
Filme im DivX-Format können nur am Computer betrachtet werden, bieten aber dennoch einen enormen Vorteil: Die Bild- und Tonqualität von "DivX-Filmen" ist sehr gut, und ein Film in diesem Format passt auf einen einzigen CD-Rohling. Das Video-CD-Format benötigt hingegen zwei Rohlinge, um einen kompletten Film zu speichern.
Fazit
Technisch ist das Brennen von CDs und DVDs kein Problem mehr, juristisch betrachtet sieht das leider anders aus. Der Besitz von Raubkopien ist jedenfalls kein Kavaliersdelikt und wird mit hohen Geld- beziehungsweise Freiheitsstrafen geahndet.




