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CeBIT 2016: Digitalisierung ist Trumpf
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Digital

CeBIT 2016: Digitalisierung ist Trumpf

Vom 14. bis 18. März steht das Messegeländer Hannover im Zeichen der CeBIT, der weltgrößten Messe für Informations- und Kommunikationstechnik in der Arbeits- und Lebenswelt. Das Topthema lautet in diesem Jahr "d!conomy: join – create – succeed". "Kein Wirtschaftszweig bleibt vom rasanten Einzug der Digitalisierung…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Digital

Vom 14. bis 18. März steht das Messegeländer Hannover im Zeichen der CeBIT, der weltgrößten Messe für Informations- und Kommunikationstechnik in der Arbeits- und Lebenswelt. Das Topthema lautet in diesem Jahr "d!conomy: join – create – succeed". "Kein Wirtschaftszweig bleibt vom rasanten Einzug der Digitalisierung unbetroffen", erklärt Oliver Frese von der Deutschen Messe AG die Relevanz dieses Themas.

Einer der absoluten Trends ist das Internet der Dinge: "Studien erwarten, dass in vier Jahren bereits 50 Milliarden Dinge mit dem Netz verbunden sind", sagt Freese. Dann wird es völlig normal sei, dass der Kühlschrank uns per E-Mail an das Nachkaufen von Milch erinnert oder wir schon auf dem Nachhauseweg die Heizung hochregeln können. In der Wirtschaft aber gehen die Anwendungen noch sehr viel weiter: Logistik und Transport werden erleichtert, weil alles vernetzt ist und Probleme so schnell erkannt und behoben werden können.

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Project Skye, ETH Zürich

Auf der diesjährigen CeBIT gehört gleich eine ganze Halle den Drohnen: Autonome oder ferngesteuerte Fluggeräte können sich hier austoben und ausführlich ausprobiert werden. Unter den Fluggeräten sind unter anderem fliegende Paketboten, die die Schweizer Post künftig bei Lieferungen unterstützen sollen. Sie könnten beispielsweise Sendungen in Gebieten bringen, die wegen einer Lawine oder anderer Umstände von der Außenwelt abgeschnitten sind, auch Medikamente oder Laborproben sollen die fliegenden Helfer in wenigen Jahren transportieren.

Eine andere Drohne ähnelt auf den ersten Blick einem fliegenden Ball: Forscher der ETH Zürich haben interaktiven Flugroboter konstruiert, der wie ein Luftschiff mit Helium gefüllt ist, aber Rotoren wie ein Quadrocopter besitzt. Der große Vorteil daran: Weil der mit einer Kamera ausgerüstete "Skye" dank seiner Heliumfüllung selbst dann nicht abstürzt, wenn seine Rotoren ausfallen, darf er selbst über dichte Menschenmengen fliegen – was normalen Drohnen verboten ist. Zudem ist er extrem wendig kann sogar kopfüber fliegen.

Per Handbewegung lässt sich dagegen ein Multicopter der Hochschule RheinMain. Um diese Drohne zu steuern, muss man nicht an den winzigen Knöpfen einer Fernbedienung herumhantieren. Es genügt, dem Copter einfach per Gesten zu zeigen, dass er starten oder landen soll oder eine Kurve fliegen. Möglich wird dies durch eine Kombination aus intelligenter Kamera und Bewegungssensoren.

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Ebenfalls stark im Trend ist das berührungslose Steuern von Geräten und Computern aller Art. Wie sich künftig Smartphones, Smartwatches und auch Augmented Reality-Brillen steuern lassen, zeigen Forscher des Startups Kinemic vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Möglich wird der neue Umgang mit den Kommunikationsgeräten durch Beschleunigungs- und Drehratensensoren, die in vielen Handys und Armbandcomputern standardmäßig vorhanden sind.

Die Sensoren erfassen zunächst die Bewegungen der Hand und leiten diese an die Software weiter. Diese filtert alle nicht gesten- und schriftähnlichen Bewegungen heraus, etwa Montagetätigkeiten, Maschinenbedienung oder Alltagsgesten. Schreibt der Nutzer oder führt er eine Geste aus, entziffert das Kinemic-System Schrift oder Geste. Durch die Kombination von Schrifteingabe und Gestensteuerung können so selbst komplexe Bedienkonzepte umgesetzt werden.

Cyborgs auf dem Vormarsch?

Ziemlich futuristisch muten dagegen bisher noch digitale Implantate an – aber auch sie sind nach Ansicht der Experten stark im Kommen. Wie sich ein solches "Biohacking" anfühlt, und welche Vorteile es haben kann, zum "Cyborg" zu werden, können CeBIT-Besucher sogar selbst ausprobieren: Im Loft der CeBIT Global Conferences kann man sich einen RFID-Chip unter die Haut pflanzen lassen. Das drahtlose Sender-Empfänger-System ist mit Bioglas umhüllt und nur so groß wie ein Reiskorn.

Über Radiowellen kann dieser Chip beispielsweise mit einem elektronischen Türschloss kommunizieren, Schalter per Fernsteuerung betätigen oder als elektrisches Bezahlsystem fungieren. Schlüssel, Lichtschalter, Radioknöpfe oder EC-Karten werden so künftig überflüssig. Einfach einen RFID-Chip in die Hand einsetzen und schon geht alles wie von selbst, wenn man die Hand nah genug an das zu bedienende Gerät hält.

Diagnose von der Suchmaschine

Wenn es im Magen zwickt oder der Rücken zwackt, gucken viele uns erst einmal ins Internet, um herauszubekommen, was uns wohl fehlen könnte. Zwar liegt "Doktor Google" keineswegs immer richtig, aber oft hilft es schon zu wissen, ob es etwas Schlimmes sein könnte. Auf der CeBIT sind gleich mehrere Programme zu sehen, die künftig den Ärzten beim Erstellen einer Diagnose helfen sollen.

IBM-Computer Watson beispielsweise kann Millionen Daten, egal welche und woher sie kommen, in Sekunden lesen, bewerten und verstehen. Dank seines lernfähigen Netzwerks hat das Programm inzwischen auch medizinisches Fachwissen gepaukt. Er soll damit helfen, die richtigen Diagnosen zu stellen. Watson ist in der Lage, medizinischen Daten zu verarbeiten, aus ihnen zu lernen und so Ärzten bei ihren Entscheidungen zu helfen.

Ähnliches soll auch die österreichische Diagnose-Suchmaschine "Symptoma" leisten: Mediziner geben einfach Symptome, Geburtsjahr und Geschlecht ihres Patienten an und erhalten dann eine nach Wahrscheinlichkeit sortierte Liste von Krankheiten, die mit diesen Symptomen übereinstimmen. Zusätzliche Informationen wie Laborbefunde, Bildbefunde, Testresultate und mögliche Komplikationen helfen dem Arzt, zu einer Diagnose zu kommen.

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