Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Digital/Artikel
Diagnose Burnout – kann künstliche Intelligenz helfen?
Bildquelle nicht angegeben
Digital

Diagnose Burnout – kann künstliche Intelligenz helfen?

Burnout – ausgebrannt - bedeutet so ziemlich genau das, wonach es sich anhört. Menschen mit einem Burnout fühlen sich ständig erschöpft, gereizt, depressiv und gestresst. Sie kommen nicht zur Ruhe und die Erholung fehlt selbst dann, wenn man eigentlich Zeit hätte. Auch körperliche Symptome können auftreten. Dem…
Veröffentlicht
22. April 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Digital
Symbolbild Burnout

golubovy, GettyImages

Burnout – ausgebrannt - bedeutet so ziemlich genau das, wonach es sich anhört. Menschen mit einem Burnout fühlen sich ständig erschöpft, gereizt, depressiv  und gestresst. Sie kommen nicht zur Ruhe und die Erholung fehlt selbst dann, wenn man eigentlich Zeit hätte. Auch körperliche Symptome können auftreten. Dem Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie zufolge leidet bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung an verschieden starken Formen des Burnout.

Oft wird ein Burnout jedoch zu spät erkannt, obwohl es als Risikofaktor für andere schwerwiegende Volkskrankheiten wie Depression, Herzinfarkt oder Schlaganfall unbehandelt die Lebenserwartung verkürzt. Daher ist eine frühzeitige Erkennung besonders wichtig.

Symbolbild Befragung

PeopleImages, GettyImages

Warum die Diagnose oft schwierig ist

Oft wird ein Burnout jedoch zu spät erkannt, weil die Symptome oft unspezifisch scheinen und ähnlich sind wie bei Depressionen oder Angststörungen. Ein Burnout manifestiert sich zudem in der Psyche und ist nicht an objektiv messbaren Werten oder Biomarkern abzulesen. Die Diagnose kann daher nur im Gespräch mit den Betroffenen passieren. Oft kommen dabei zusätzlich standardisierte Fragebögen zum Einsatz.

Doch sowohl bei Gesprächen wie bei den Fragebögen besteht die Gefahr verfälschter Ergebnisse. Ähnlich wie bei Persönlichkeitstests neigen Menschen unbewusst dazu, nicht die "extremen" Antwortmöglichkeiten wie "nie" oder "jeden Tag" zu wählen, sondern eher vorsichtig und abmildernder mit "manchmal" zu antworten. Hinzu kommt, dass manche Menschen ihr Innenleben und ihre Befindlichkeiten gut schildern können, andere hingegen nicht.

Wie kann eine künstliche Intelligenz da helfen?

An diesem Punkt kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel: Forscher der Berner Fachhochschule hatten die Idee das Verfahren des maschinelles Lernens als Diagnosehelfer einzusetzen. Damit soll ermöglicht werden frei geschriebene Texte effizient zu analysieren und Anzeichen für ein Burnout bei den Verfassern zu erkennen.

Bei dieser Form der künstlichen Intelligenz ist ein Computer in der Lage zu "lernen", ohne speziell programmiert zu werden. Er bekommt keine oder nur wenige vorher festgelegten Regeln mitgeliefert, sondern der Lernalgorithmus erkennt von selbst Gesetzmäßigkeiten, die er in ihm zum Training vorgelegten Beispielen feststellt. Er lernt so im Laufe des Trainings, wiederkehrende Muster bestimmten Kategorien zuzuordnen. .Diese Form der KI-gestützten Analyse funktioniert inzwischen sowohl bei geschriebener wie bei gesprochener Sprache. Experten bezeichnen dies als natural language processing (NLP), auf Deutsch "maschinelles Verarbeiten von natürlicher Sprache".

Diese Sprachauswertung wird zum Beispiel schon für Sprachassistenten und Übersetzer genutzt oder um in sozialen Medien die Stimmung der Bevölkerung zu analysieren. Das NLP wurde aber auch bereits zur Erkennung verschiedener psychischer Erkrankungen anhand von Texten aus den sozialen Medien verwendet und auch die Forschergruppe um Mascha Kurpicz-Briki an der Berner Fachhochschule nutzte es in ihren Versuchen, um frei geschriebene Texte auf Anzeichen eines Burnout zu analysieren.

Reddit Icon auf Scmartphone-Screen

Unsplash.com, Brett Jordan

Reddit-Posts als Diagnose-Material

In unserem Fall wollten die Forscher den Algorithmus trainieren, Anzeichen für einen Burnout in geschriebenen Texten zu erkennen. Dazu nutzten sie Texte aus der Diskussionsplattform "Reddit", in der nach Themen sortierte, große Datensätze öffentlich zugänglich sind. So konnten sie gezielt Beiträge mit dem Wort Burnout oder ohne Bezug dazu finden und insgesamt über 13.000 Beiträge analysieren.

Für das Training wurden 70 Prozent der Beiträge in die verschiedenen Trainingsdatensätze "Burnout vs. Nicht-Burnout", "Burnout vs. Depression" und "Burnout vs. Nicht-Burnout - ohne Schlagworte" eingeteilt. So sollte der Algorithmus lernen, die Beiträge den richtigen Kategorien zuzuordnen. Das heißt, Anzeichen für Burnout in Texten zu erkennen, von einer Depression abzugrenzen oder auch ohne das Schlagwort "Burnout" der Burnout-Kategorie zuzuordnen. Mit den restlichen 30 Prozent der Beiträge testeten die Forschenden dann, wie gut der Algorithmus einen Burnout in den Texten erkennt.

In gut 90 Prozent richtig erkannt

Und das Ergebnis? Die Forscher stellten fest, dass ihr Algorithmus tatsächlich für eine solche Aufgabe geeignet ist. In bis zu 93 Prozent der Fälle lag das KI-System mit der Zuordnung richtig. Selbst ohne Schlagworte, also die direkte Erwähnung eines Burnouts im Text, konnte der Algorithmus den Zustand des Schreibenden richtig einschätzen und ein Burnout von einer Depression abgrenzen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten KI-Systeme damit künftig durchaus wertvolle Hilfe bei der schwierigen Diagnose eines Burnouts leisten. "Mit maschineller Sprachverarbeitung lässt sich ein Burnout treffend und mit wenig Zeitaufwand diagnostizieren. Das ist ein sehr vielversprechendes Resultat", sagt Mascha Kurpicz-Briki. Allerdings: Psychologen, die die Diagnose unterfüttern und die intensive Beratung und Betreuung durch echte Menschen werden trotz dieser computergestützten Diagnose-Hilfe weiterhin unverzichtbar bleiben und einen Flaschenhals beim Zugang zu professioneller Hilfe bilden.

Quelle: Berner Fachhochschule

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Digital

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Digital.

Alle Digital-Artikel
KI-Forscher warnen: LLM-Entwicklung ohne Sicherheitsmechanismen „gefährlich"
Digital

KI-Forscher warnen: LLM-Entwicklung ohne Sicherheitsmechanismen „gefährlich"

13. Oktober 2026

Ein Wissenschaftler vergleicht die Entwicklung von KI-Sprachmodellen ohne wirksame Sicherheitsvorkehrungen mit einem Sportwagen ohne Bremsen. Die Debatte um Selbstregulierung der Tech-Konzerne gewinnt an Schärfe.

Yoshua Bengio schlägt KI-Architektur vor, die nicht lügt
Digital

Yoshua Bengio schlägt KI-Architektur vor, die nicht lügt

12. Oktober 2026

Der Turing-Award-Träger präsentiert mit 'Scientist AI' ein radikal neues Trainingskonzept: Aussagen werden als Behauptungen attributiert statt als Fakten übernommen. Ziel ist eine KI, bei der Ehrlichkeit und Leistung…

Wenn Claude den Doktoranden ersetzt: Ein Professor, eine KI, ein Paper
Digital

Wenn Claude den Doktoranden ersetzt: Ein Professor, eine KI, ein Paper

12. Oktober 2026

Ein Wissenschaftler beschreibt auf Mastodon, wie er heute Forschungspapiere erstellt: Der Professor gibt die Richtung vor, Claude übernimmt Theorie und Experimente. Was bedeutet das für die nächste Generation?

KI-Systeme zeigen gespaltene Fähigkeiten in Mathematik: Beweis versus Erklärung
Digital

KI-Systeme zeigen gespaltene Fähigkeiten in Mathematik: Beweis versus Erklärung

9. Oktober 2026

OpenAI-Modelle überzeugen beim formalen Beweisen, während Claude verständlichere mathematische Texte verfasst. Ein Experiment mit dem Unique-Games-Problem zeigt fundamental unterschiedliche Stärken.

← Zurück zu DigitalZur Startseite