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Fake News: Die Macht der erfundenen Nachrichten
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Digital

Fake News: Die Macht der erfundenen Nachrichten

Wissenschaftler bezweifeln diese Theorie inzwischen. Die Debatte um Fake News im Präsidentschaftswahlkampf hat dem Begriff jedoch zu einer eindrücklichen Karriere verholfen. So sehen das zumindest einige Sprachwissenschaftler, die Fake News kürzlich zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt haben. Die Begründung: Im…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Digital
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thinkstock.com, wwwebmeister

Wissenschaftler bezweifeln diese Theorie inzwischen. Die Debatte um Fake News im Präsidentschaftswahlkampf hat dem Begriff jedoch zu einer eindrücklichen Karriere verholfen. So sehen das zumindest einige Sprachwissenschaftler, die Fake News kürzlich zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt haben. Die Begründung: Im November vergangenen Jahres habe der Begriff einen heftigen und plötzlichen Durchbruch in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft - als Bezeichnung für eine Art von Manipulationsabsichten und Wunschvorstellungen getriebene Propaganda.

Schon Napoleon wurde Opfer

Seitdem wird in der Öffentlichkeit intensiv über die Macht der falschen Nachrichten diskutiert. Fake News sind aber nicht erst seit Trump ein Problem. In Deutschland machten Vertreter sogenannter Bürgerwehren zum Beispiel bereits im Sommer 2015 mit frei erfundenen Gerüchten über Geflüchtete Stimmung - und um noch weiter zurückzugehen: Schon über Napoleon sollen bewusst Lügenmärchen in der Presse verbreitet worden sein.

Tatsächlich taucht der Begriff Fake News in diesem Zusammenhang zum ersten Mal auf. In einer Abhandlung über die Rolle und Qualität von Lokalzeitungen in den USA stellt die Autorin im Jahr 1894 fest: Außer den Wunschvorstellungen von Napoleons Gegnern gebe es keine Belege für die damals in der Zeitung beschriebenen Ereignisse. Sie fragt deshalb rhetorisch: "Or was it fake news?"

Artikelbild

thinkstock.com, eddygaleotti

Gefälschte Nachrichten sind demnach kein neues Phänomen. Allerdings haben sie in der jüngeren Vergangenheit eine neue Dynamik entwickelt. Vor allem dank der sozialen Medien kann heutzutage im Prinzip jeder Fake News veröffentlichen und ein Publikum dafür finden. Der Weg absichtlich lancierter Falschmeldungen in die Öffentlichkeit führt nun nicht mehr zwangsläufig über Journalisten.

Außerdem verbreiten sich die gefälschten Meldungen über Facebook, Twitter & Co so schnell und so weit wie nie zuvor. Ein Beispiel: Allein die Nachricht, der Papst unterstütze Donald Trump, wurde innerhalb kürzester Zeit 960.000 Mal auf Facebook geteilt.

Artikelbild

thinkstock.com

Für politische Kommunikationsberater und Aktivisten sind Fake News daher ein verführerisches Mittel, um ihre Interessen durchzusetzen. Das funktioniert auch deshalb so gut, weil professionell gemachte Falschmeldungen oft schwer von "echten" zu unterscheiden sind. Hinzu kommt: Man muss die Lügenarbeit noch nicht einmal von Menschen leisten lassen. Denn die Meinungsmache funktioniert sogar automatisiert - und wird dadurch besonders effizient.

Das klappt mit sogenannten Bots. Diese Softwareroboter kreieren künstliche Identitäten in den Sozialen Medien und arbeiten inzwischen so raffiniert, dass sie selbständig tweeten und retweeten, Inhalte teilen und kommentieren können. Auf diese Weise täuschen sie zum Beispiel Zustimmung oder Ablehnung von bestimmten politischen Meinungen vor. Sich solche Bots zunutze zu machen ist sogar für einzelne Privatpersonen ein Kinderspiel, sagen Experten.

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