Die Vorteile der DVD
Was macht die "digitale Mehrzweckscheibe" (Digital Versatile Disc, kurz DVD) zu solch einem Kassenschlager? Neben immensem Speicherplatz winkt eine exquisite digitale Ton- und Bildqualität, von der bis zu 482 Minuten (= 8 Stunden) auf die fast 18 GByte fassende Scheibe passen.
So bleibt genug Raum für all die Zusatzfeatures, die Videofans und Cineasten beim VHS-Band schmerzlich vermissten. Da gibt es Interviews, Filmberichte hinter den Kulissen der Produktion, Trailer, Musikvideos und vor allem die begehrten gelöschten Filmszenen und Alternativ-Enden, die in der "normalen" Kinofassung fehlen.
Bis zu acht Tonspuren ermöglichen ferner, dass die Freunde von Originalfassungen einen Film nicht nur synchronisiert sehen müssen. Chinesisch mit englischen Untertiteln? Kein Problem. Ein brillantes Standbild ist ebenso unproblematisch wie die Lieblingsszenen in Zeitlupe oder der Einzelbildvorlauf. Dazu kommt der Surround-Klang, der bei entsprechender Stereoanlage auch akustisch echtes Kinofeeling zu erzeugen vermag.
Bei besonders aufwändig produzierten Filmen bietet die DVD die Möglichkeit, bis zu neun verschiedene Kameraperspektiven per Fernbedienung selbst zu wählen. Sinn macht das beispielsweise bei Mitschnitten von großen Konzerten oder Sportveranstaltungen.
DVD-Player im Einsatz
Beim Kauf eines DVD-Players sollten Sie nicht nur auf Testwerte blicken, sondern überlegen, wie Sie das Gerät einsetzen wollen - sonst fehlt am Ende der nötige Anschluss. Wer beim Kinosound keine Ansprüche hegt, schließt den Player via Scartkabel an den Fernseher an und hört den Filmton über dessen Lautsprecher. Aber auch der Anschluss an die Stereoanlage ist möglich, denn die nötigen Cinch-Buchsen sind meist Standard.
Wer allerdings den Hubschrauber von hinten anfliegen hören will, muss in ein Surround-System investieren. Das gängigste System heißt Dolby Digital und arbeitet mit sechs Lautsprechern, um den 3D-Sound zu erzeugen. Für diesen Ohrenschmaus benötigen Sie entweder einen Digitaldecoder, der bei guten DVD-Playern bereits integriert ist, oder einen Surround-Receiver, der manchmal schon beim Boxensystem mitgeliefert wird.
Ein weiteres dickes Plus des DVD-Mediums ist die enorme Vielfältigkeit. Die Geräte können nicht nur DVDs abspielen, sondern auch Musik-CDs, Video- und Supervideo-CDs oder auch MP3-Dateien. Trotzdem empfiehlt beim Kauf ein genauer Blick auf die jeweils akzeptierten Scheiben: Z.B. werden Audio-DVDs nicht von jedem Standard-DVD-Player geschluckt.
Mögliche Alternativen
Auch der heimische Computer mit DVD-Laufwerk wird für das Heimkino benutzt. Per Software-Player lassen sich die Filme auf dem PC-Bildschirm abspielen - was ein zweifelhaftes Vergnügen sein kann. Per TV- oder Videokarte mit Analog-Ausgang ist über ein entsprechendes Kabel allerdings auch eine Übertragung des Films auf den Fernseher möglich. Vorteil am PC: Viele Spielefans besitzen bereits ein brauchbares Surround-System, das noch preiswerter war als die TV-Varianten.
Weitere Alternativen sind die Spielkonsolen Playstation 2 und X-Box. Beide laden ihre Spiele ohnehin von DVDs und schlucken auch die Film-Scheiben. Allerdings verlangt Microsoft bei der X-Box noch ein separates DVD-Playback-Kit mit Fernbedienung, bevor ein Film starten kann. Die PS2 von Sony verzichtet auf solche Zusatzhardware, doch eine Fernbedienung wäre auch hier zu empfehlen. Für durchschnittliche Ansprüche reichen die Spielkonsolen fraglos aus - höchste Bild- und Tonqualitäten dürfen Sie nicht erwarten.
Aufnehmen und Brennen
Neben Festplatten-Videorekordern bevölkern DVD-Rekorder sowie diverse Kombigeräte den Markt, die sowohl digital Filme aufzeichnen als auch DVDs brennen können. Zum Glück gehören die saftigen DVD-Rekorder-Preise mittlerweile der Vergangenheit an. Gleichzeitig versprechen neue technische Entwicklungen wie die Blu-Ray-Disc künftig noch mehr Speicherplatz.
Das Brennen von DVDs wird zunehmend einfacher und selbstverständlicher für den normalen Heimanwender. Allerdings droht bei Billg-Rohlingen noch eine hohe Fehlerquote, die den Filmgenuss versalzen kann. Hinweise von Brenner-Herstellern auf geeignete Scheiben-Marken können helfen, Ärger zu vermeiden. Es bleibt dem Filmliebhaber überlassen, ob höhere Kosten bzw. mehr Fehlerträchtigkeit beim DVD-Brennen den Qualitätsverlusten bei der Kompression auf CD vorzuziehen sind.
Die verschiedenen Formate
Einen einheitlichen Standard gibt es für DVD-Schreibformate noch nicht, auch wenn sich Favoriten herauskristallisieren. Folgende Fakten zu den einzelnen Scheiben können Kaufentscheidungen erleichtern.
Im Gegensatz zur DVD-R ist die DVD-RW wiederbeschreibbar, so wie z.B. auch die CD-R im Vergleich zur CD-RW. DVD-Rs und DVD-RWs werden einseitig beschrieben und fassen 4,7 Gigabyte, was für einen Spielfilm in DVD-Qualität ausreicht. Die Daten werden auf einer spiralförmigen Spur gespeichert wie bei der DVD-Video. Auf Grund dieser physikalischen Ähnlichkeiten können nicht nur DVD-Player, sondern auch die meisten DVD-Video-Rekorder Scheiben vom Typ DVD-R oder DVD-RW lesen.
Die DVD+R bzw. ihr wiederbeschreibbares Pendant DVD+RW ist beinahe identisch mit der DVD-RW und fasst die selbe Datenmenge, ermöglicht aber wegen einer physikalischen Optimierung höhere Drehzahlen bei den DVD+RW-Laufwerken – und so entsprechend höhere Datentransferraten. Andererseits ist die Kompatibilität zu den DVD-Playern geringer als bei DVD-RW bzw. DVD-R, d.h. auf manchen Playern funktioniert das Abspielen nicht.
Die wiederbespielbare DVD-RAM fasst auf einer Seite 4,7 Gigabyte und ist zweiseitig bespielbar. Die Daten werden - ähnlich wie bei einer Festplatte - in Sektoren gespeichert, was einen sehr schnellen und präzisen Zugriff erlaubt. Deshalb können DVD-RAM-Rekorder einen Videomitschnitt schon während der Aufnahme wiedergeben, genau wie die Festplattenrekorder. Allerdings lassen sich DVD-RAMs nicht auf herkömmlichen DVD-Video-Playern abspielen, sondern nur per DVD-RAM-Rekorder oder DVD-RAM-Laufwerk im PC.




