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Handy-Meldung statt Sirene: Apps warnen vor Katastrophen und Gefahren
Bildquelle nicht angegeben
Digital

Handy-Meldung statt Sirene: Apps warnen vor Katastrophen und Gefahren

Als am 22. Juli 2016 in München ein Amokschütze in einem Einkaufszentrum um sich schoss und neun Menschen tötete, waren einige Münchener schnell über die Gefahr informiert. Denn sie hatten die App "Katwarn" auf ihrem Smartphone, ein Programm, über das nationale und kommunale Behörden vor Gefahren warnen. Im Falle…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Digital

Als am 22. Juli 2016 in München ein Amokschütze in einem Einkaufszentrum um sich schoss und neun Menschen tötete, waren einige Münchener schnell über die Gefahr informiert. Denn sie hatten die App "Katwarn" auf ihrem Smartphone, ein Programm, über das nationale und kommunale Behörden vor Gefahren warnen. Im Falle München lautet die Meldung: "Amoklage: Zu Ihrer Sicherheit Plätze und Straßen meiden; Täter flüchtig; Bahn- und Busverkehr eingestellt; Radio und Fernseher einschalten."

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Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Inzwischen gibt es gleich mehrere solcher kostenlosen Warn-Apps, die vor Extremwetter, Naturkatastrophen, Terror und anderen Gefahren warnen. Die Behörden setzen bewusst auf das Handy als Übermittler solcher Warnungen, weil heute nahezu jeder ein solches Gerät hat und es meist immer mit sich trägt – dadurch erreicht man möglichst viele Menschen. Radiomeldungen oder Sirenen dagegen bekommt längst nicht jeder mit.

Zudem können diese Warn-Apps den Standort des Handys erkennen – sofern der Ortungsdienst nicht deaktiviert ist – und daher gezielt Warnungen an alle schicken, die sich in der von der Bedrohung betroffenen Gegend befinden. Ein weiterer Vorteil: "Eine Sirene kann nur Signale aussenden, aber ein Smartphone kann beispielsweise auch eine Evakuierungsroute anzeigen", erklärt Christoph Unger vom Bundesamt für Katastrophenschutz. "Wir brauchen einen Mix aus Endgeräten. Da ist das Smartphone mit der App ein guter Weg, weil wir damit auch gleichzeitig Handlungsempfehlungen verbreiten können."

Artikelbild

Fraunhofer FOKUS

Das Warn- und Informationssystem "Katwarn" gibt es seit 2011. Es wurde vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) ursprünglich im Auftrag öffentlicher Versicherer entwickelt. Übermittelt werden aber ausschließlich offizielle Warnmeldungen von Behörden, Kommunen, Feuerwehrleitstellen oder dem Deutschen Wetterdienst (DWD). Einige Unternehmen und kommunale Betriebe wie beispielsweise Verkehrsbetriebe nutzen die Katwarn-App auch, um ihre Mitarbeiter gezielt und intern vor Gefahren zu warnen.

Allerdings ist Katwarn bisher noch nicht in allen Bundesländern und Kommunen aktiv -  auch weil diese für das System zahlen müssen, während es für die Nutzer kostenlos ist.  Gewarnt wird über Katwarn bundesweit vom Deutschen Wetterdienst vor Unwettern und anderen wetterbedingten Gefahren. Bei Katastrophen oder Bedrohungen auf regionaler und lokaler Ebene wird die App bisher vor allem in Bayern, Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz eingesetzt. In Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern dagegen nutzen die Behörden diesen Warndienst bisher kaum.

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