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Internet. Woher es kam, was es leistet und wie es unsere Welt verändern könnte
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Digital

Internet. Woher es kam, was es leistet und wie es unsere Welt verändern könnte

Tim Berners-Lee schrieb einst das Programm, das unser aller Leben auf den Kopf stellen sollte: das World Wide Web. Sein Ziel war es, Informationen, die auf verschiedenen IT-Systemen vorlagen, zugänglich zu machen, zu veröffentlichen. Ursprünglich war die Vernetzung nur für interne Zwecke vorgesehen. Tim Berners-Lee…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
8 Minuten
Rubrik
Digital
Artikelbild

pixabay.com, TheDigitalArtist (CC0 Public Domain)

Das leistet das Internet heute. Zielgruppengerechte Angebote je nach Nutzerverhalten

Was das Internet heute leistet, könnte persönlicher kaum sein. Denn wer sich heute nach einem Internetanbieter umsieht, der wird zunächst in den Spiegel sehen und sich fragen: Welcher Typ von Internet-User bin ich eigentlich? Je nachdem, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, sollte dann auch der Tarif des Internetanbieters aussehen. Welche Internet-User-Typen es heute gibt, zeigt diese Aufstellung:

Praxistipp: Welche Download- und Update-Geschwindigkeit der Internetanbieter offeriert, steht in den Vertragsdetails. Da diese Werte mittlerweile zum Entscheidungskriterium Nummer 1 geworden sind, muss man nicht lange danach suchen, sondern bekommt diese Werte meist recht stolz präsentiert. Aber: Verbraucher sollten nach dem Wechsel zu einem Anbieter sowie regelmäßig im Anschluss daran einen Leistungstest (im Internet bekannt als Speedtest) machen. Dieser misst die Download- und Upload-Geschwindigkeit.

Ein Blick in die Praxis: Anbietervergleich und Anbieterwechsel

Übrigens: Beim Vergleich der Internetanbieter sollte nicht nur die Geschwindigkeit zählen und die variierende Geschwindigkeit, die im weiteren Verlauf des Beitrags noch einmal Thema sein wird. Auch die Benefits der Anbieter – Router oder Media Receiver gratis, WLAN to go, mobiles Fernsehen, Select Video – können das Zünglein an der Waage der Wechselbereitwilligen sein. Die wichtigsten Punkte rund ums Thema Anbieterwechseln hat die Verbraucherzentrale dokumentiert. Steht der neue Anbieter fest, gilt es, die grundlegenden Schritte korrekt auszuführen: Die Kündigungsfrist muss klar sein. Der Wechsel muss rechtzeitig erfolgen. Die Übernahme der Rufnummer ist in den meisten Fällen ein beliebtes Detail, auf das nur wenige verzichten wollen.

Spannend dürfte für die Verbraucher, die das Scheitern des Wechsels befürchten, vor allem dieser Passus der Verbraucherschützer sein: „Falls der Wechsel innerhalb eines Kalendertages letztlich trotz aller Vorkehrungen scheitert, sollten Sie dies neben einer Beschwerde an die betroffenen Anbieter umgehend schriftlich oder per E-Mail der Bundesnetzagentur melden. So können Sie sicherstellen, dass die Versorgungsunterbrechung nur wenige Tage andauert. Die Bundesnetzagentur kann eine gesetzeswidrige Unterbrechung der Leitung mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro ahnden.“

Die Verbreitung des Internets in Deutschland. Wer nutzt das Internet und warum?

Spannend ist – mit Blick auf das Phänomen Internet – auch ein detaillierter Blick in die statistisch erfassten Daten rund um die Nutzerstruktur. 86 Prozent der Befragten (ab 10 Jahren) nutzten das Internet täglich oder fast täglich. Zehn Prozent waren mindestens einmal in der Woche online und nur drei Prozent waren weniger als einmal die Woche online. Im Geschlechtervergleich gibt es hingegen kaum Unterschiede:

Artikelbild

pixabay.com, PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)

Blickt man auf die Altersstruktur der Internet-User, so sind die 16- bis 24-Jährigen führend. 96 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe sind täglich oder fast täglich online.

Eine ähnliche Erhebung gibt es über den Zweck der Internetnutzung: Die Suche nach Informationen über Dienstleistungen und Waren steht im Fokus (90 Prozent). Internet-Banking (57 Prozent) und die Teilnahme an sozialen Netzwerken (55 Prozent) liegen fast gleichauf. Anders sieht die Statistik aus, wenn die soeben genannten Hauptaktivitäten nach Altersgruppe betrachtet werden:

Praxistipp: Die Nutzungsgewohnheiten sind das eine, jedoch muss im Vorfeld die Verfügbarkeit geklärt werden. Eine hohe Download- und auch Upload-Rate ist wünschenswert, doch nicht deutschlandweit verfügbar. Ein bis zwei Megabit pro Sekunde sind mittlerweile fast überall verfügbar. Ab sechs Megabit pro Sekunde wird es vor allem in ländlichen Bereichen schwieriger. 16 Megabit pro Sekunde (63,2 Prozent), 30 Megabit pro Sekunde (48,9 Prozent) oder gar 50 Megabit pro Sekunde (29,9 Prozent) sind in ländlicheren Gegenden deutlich schlechter verfügbar, wie die Prozentangaben hinter der jeweiligen Geschwindigkeit zeigen. Allerdings sinkt die Flächenabdeckung mit einer guten Breitbandversorgung über 16 Megabit pro Sekunde nicht nur im ländlichen Bereich, sondern auch im halbstädtischen und sogar im städtischen Bereich.

Mit Schallgeschwindigkeit in eine digitale Zukunft. Visionen über das, was kommen könnte

Fakt ist: Das Internet wird unser aller Leben weiterhin begleiten und das Leben einiger sogar mitbestimmen. Es wird Chancen bieten und zunichte machen. Es wird Fluch und Segen gleichermaßen sein. Wer sich dieser beiden Seiten bewusst ist, kann sich vielleicht auf die folgenden Zukunftsszenarien einlassen.

Szenario Nummer 1: So könnte das Internet die Unternehmerwelt verändern

Das Internet bietet Unternehmen viele Vorteile und mindestens ebenso viele Herausforderungen, zum Beispiel in punkto Personalplanung. Schön ist die Flexibilität, die all diejenigen genießen, die dezentral arbeiten und sich zum Kick-off-Meeting nicht etwa im frisch eingedeckten Konferenzraum treffen, sondern via Skype in einer Videokonferenz. Nachdem es dieses Szenario mittlerweile bereits gibt, ist der visionäre Anteil daran eher gering, doch was, wenn Unternehmen in ihrer heutigen Form immer mehr digitalisiert, flexibilisiert und ortsunabhängig werden? Dann gibt es in einigen Jahrzehnten ein deutlich anderes Stadtbild: Produktionsstätten mit Computern und Robotern sind dann die eine Facette der deutschen Wirtschaft. Und die große Bürotürme? Umgenutzt. Vielleicht zu Coworking-Spaces oder Wohneinheiten.

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pixabay.com, fancycrave1 (CC0 Public Domain)

Szenario Nummer 2: So könnte sich das Konsumverhalten verändern

Je nachdem, wie viel die Menschen dem Internet über sich selbst beibringen, desto größer kann auch der Einfluss auf das Konsumverhalten werden. Wer heute bereits ein Abo abgeschlossen hat und dafür sorgt, dass regelmäßig Konsumgüter automatisch geliefert werden, wird sich in einigen Jahren wohl kaum noch im Einzelhandel blicken lassen. Geshoppt wird nur noch das, was Freude macht – wofür es das Gefühl des Taschenschleppens braucht. Getränke, Lebensmittel, Hygieneartikel und andere Produkte werden – je nach Lerneffekt – ganz automatisch angeliefert. Verknüpft mit dem Kalender, in dem die Geburtstage notiert sind, gibt es rechtzeitig vor dem Geburtstag nicht etwa nur eine Meldung, dass Person X Geburtstag hat, sondern auch, was Person X die letzten Jahre bekommen hat, wo man mit Person X beim Essen war und vielleicht sogar noch ein paar Vorschläge dazu, was Person X gefallen könnte.

Szenario Nummer 3: So könnte der Bildungssektor revolutioniert werden

Kaum eine Branche gibt sich derart verhalten in punkto Internet wie der Bildungs-, Aus- und Weiterbildungssektor. Zaghaft wird das angegangen, was noch immer uneinheitlich bzw. größtenteils auf Länderebene reguliert ist. Der Weiterbildungsbereich, der unabhängig von den renommierten Einrichtungen wie IHK und HWK sich auftut, präsentiert sich heute bereits modern und digital. Fernlehrgangsinstitute bekommen Aufwind durch immer besser technische Möglichkeiten. Sie verkörpern die Flexibilität, die sich ein jeder heute wünscht. Selbststudium der Theorie. Praxisseminar. Prüfung. Zertifikat. Erfolgsleiter. So einfach ist das Grundkonzept, das heute zu fast jedem Beruf führen kann. Nur im klassischen Bildungsbereich, der mit der Grundschule beginnt und irgendwann mit einem Abschluss endet, der aktuell in Deutschland nur schwer vergleichbar ist, wird es wohl weiterhin haken. Der Grund: Die grundsätzliche Reform muss zunächst inhaltlicher Natur sein. Das heißt auch, dass die Lehrpläne zunächst deutlich vom Staub der alten Zeit gereinigt werden müssten, um dann in ein neues, digital gestütztes Bildungswesen zu starten.

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pixabay.com, rawpixel (CC0 Public Domain)

Szenario Nummer 4: Work-Life-Balance oder Dauerstress!?

Ob die weitreichende Übernahme von Aufgaben durch das Internet die Menschen von ihrem Dauerstress erlöst oder eine neue Stressquelle bildet, kann nur die Zeit zeigen. Wünschenswert ist bereits heute, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um Freiräume zu schaffen und Zeit zu gewinnen. Aber Achtung: Genau an dieser Stelle passiert  häufig ein Fehler. Es geht nicht darum, Freiräume zu schaffen, um mehr zu arbeiten, sondern um sich um sich selbst zu kümmern, sich auf den Menschen zu konzentrieren. Doch vielleicht kann auch hier die digitale Welt Abhilfe schaffen. Bei ganz alltäglichen Problemchen tut sie es schließlich schon heute, gibt es wohl kaum ein Problem, das nicht digital bzw. mobil oder in Form einer App gelöst werden.

Szenario Nummer 5: Smart Home oder einsames Zuhause?

Wer sich darüber freut, nach Hause zu kommen, die Heizung ist an, die Lieblingsmusik läuft und auch der Kaffee ist gerade fertig geworden, der genießt vermutlich die Vorzüge der Smart Home-Technologie. Doch: Wartet dann überhaupt noch ein Mensch zuhause? Im besten Falle ja, denn Empathie, Nähe, Mitgefühl und Menschlichkeit werden sich auch künftig nur unzureichend digital abbilden lassen. Wer wirklich allein bleibt – in einer Gesellschaft, in der die Anzahl der Singles zunehmend steigt – kommuniziert mit einer vorausgewählten Person aus dem sozialen Netzwerk. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten wurde die Person ausgewählt. Interessensgebiete und Themen sind ähnlich.

Fazit: Das Internet wird für Überraschungen sorgen

Auch wenn sich unzählige Menschen darüber Gedanken machen, was wohl in wenigen Jahren aus dem Internet und seinen Fängen geworden sein wird, so ist die realistische Option doch lediglich das Abwarten auf die Veränderungen, die kommen können. Die Herausforderungen an die eigene Reflexionsfähigkeit und das Urteilsvermögen werden wachsen. Fast tagtäglich werden die Menschen entscheiden, ob sie ihren Weg mit oder ohne das Internet gehen werden. Dabei wird es sich lediglich um Teilbereiche drehen. Eine komplette Abkehr vom World Wide Web ist nicht abzusehen.

Übrigens: Nicht nur von den Konsumenten wird ein wacher Umgang mit dem Internet gefordert. Auch die eingangs erwähnten Internetanbieter werden sukzessive und kontinuierlich nachbessern müssen. Die Liste der Anbieter ist heute bereits extrem lang – Tendenz steigend. Spannend wird sein, ob sich Globalisten durchsetzen und Spezialisten behaupten können. Denkbar wäre auch, dass sich das dominanter ausprägt, was eingangs noch recht separat dargestellt wurde: Die Internet-User-Typen, die eingangs beschrieben wurden, werden sich ändern, vereinen, teilen und neu entstehen, und: Mit den Möglichkeiten wachsen auch die User-Anforderungen

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