Der Hackerangriff vom 28. November 2016 legte die Internetverbindung von knapp 900.000 Menschen in Deutschland lahm. Hacker hatten versucht, auf den Speedport-Router der Telekom Schadsoftware aufzuspielen. Dabei nutzten sie eine Schwachstelle im sogenannten TR-069-Protokoll, einer Schnittstelle, die die Fernwartung des Routers durch den Provider erlaubt.
Mittlerweile hat die Telekom diese Schwachstelle durch ein Software-Update geschlossen. Dennoch stellt sich für uns die Frage: Wie können wir unsere Router vor ähnlichen Angriffen schützen? Wie macht man seinen Router angriffssicher? Hier die wichtigsten Tipps zum Schutz des Routers.
Firmware auf neuestem Stand halten
Dies ist die vielleicht wichtigste Sicherheitsmaßnahme für unsere Router. Denn nur die aktuelle Gerätesoftware enthält Patches, die vor zuvor erkannten Sicherheitslücken schützt. Wenn Sie nachschauen wollen, ob die Firmware auf dem neuesten Stand ist oder Updates anstehen, können Sie dies auf der Verwaltungs-Oberfläche ihres Routers tun. Dort befindet sich in der Regel ein Menüpunkt "Firmware" oder "Software" oder Ähnliches und Sie können dort auch per Klick das Herunterladen und Installieren eines Updates anstoßen.
Nach dem Hacking der Telekom-Router wurde daher auch empfohlen, den Router für eine halbe Minute komplett vom Stromnetz zu trennen und dann wieder einzustecken. Denn während dieses erzwungenen Neustarts fragt das Gerät beim Provider Informationen ab – unter anderem zu Updates oder Software-Patches – und lädt sie herunter. Die meisten Router besitzen zudem eine automatische Update-Funktion, die unbedingt aktiviert werden sollte.
Fernwartung besser weiterhin erlauben
Die meisten Router sind so eingestellt, dass der Provider bei ihnen eine Fernwartung durchführen kann. Über dieses System werden die Geräte beispielsweise informiert, wenn ein Firmware-Update ansteht. Diese Zugriffsmöglichkeit durch den Provider ist bei den meisten Routern standardmäßig aktiviert.
Nach dem Hackerangriff wurde teilweise empfohlen, die Fernwartung zu deaktivieren, doch IT-Experten, unter anderem vom Magazin Chip, raten davon ab. Gerade Nutzer mit wenig technischen Kenntnissen seien besser beraten, wenn sie die Fernwartung anlassen. Denn dadurch können Sicherheitslücken durch den Provider geschlossen werden. Nur bei Routern, deren Firmware älter ist als von 2015 sollte die Fernwartung deaktiviert werden – zumindest bis die Firmware upgedatet ist.
Voreingestellte Passwörter ändern
Es gibt aber unabhängig vom vergangenen Hackerangriff auch einige grundlegende Sicherheitsregeln für die Absicherung der Router. ZU diesen gehört es, sichere Passwörter zu verwenden und möglichst alle unbeaufsichtigten Türen nach außen zu schließen. Der erste Schritt ist daher, das voreingestellte Admin-Passwort für den Router sowie das Passwort für das WLAN-Netz zu ändern. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Passwörter nicht zu einfach und kurz sind.
Die voreingestellten Passwörter - und sind sie noch so kryptisch - stammen in der Regel aus einem simplen Algorithmus und können vor allem bei älteren Modellen allein aus den Gerätedaten entschlüsselt werden.
WLAN-Zugänge verschlüsseln
So wie man seine Wohnungstür nicht mit einem einfachen Zimmerschloss verschließt, sollte der Router mit der sichersten Verschlüsselungsmethode abgesichert werden. Das ist aktuell der WPA2-Standard. Beherrscht der Router selbst nach einem Software-Update nur WEP und WPA, sollte er ausgetauscht werden. Viele Router bieten zum vereinfachten Verbindungsaufbau die sogenannte WPS-Funktion, mit der WLAN-Geräte ohne lästige Passworteingabe verbunden werden können. Das spart zwar Zeit, ist aber unsicher.
Gästen sollte man nicht sein WLAN-Passwort geben, mit Misstrauen hat das nichts zu tun. Vielmehr lässt sich so verhindern, dass von den Gästen versehentlich Schadsoftware in das heimische Netzwerk übertragen wird. Die meisten modernen Router bieten ein sogenanntes Gastnetzwerk zum Surfen, das keinen Zugang zum heimischen Netz erlaubt.
Auch die Hintertüren nicht vergessen
Ist das Netzwerk an der Vordertür gesichert, gilt es auch die Hintertüren zu schließen. Dazu gehört das Netzwerkprotokoll UPnP, das die Kommunikation zwischen Multimediageräten wie Fernseher und Foto-Server erleichtert. Über UPnP können aber auch Unbefugte sämtliche Router-Einstellungen verändern und dann Schadsoftware ins Netzwerk laden. Deshalb sollte UPnP unbedingt deaktiviert werden. Gleiches gilt für den Fernzugriff, wenn man nicht unbedingt von unterwegs die Router-Konfigurationen ändern muss.
Kontrolliert werden sollte auch, ob die sogenannten Ports geschlossen sind. Über sie können bestimmte Computer und Programme im heimischen Netzwerk aus dem Internet angesprochen werden. Wer das nicht benötigt, sollte alle Ports schließen.




