Ein Summen aus der Vergangenheit
Die vermutlich älteste Musikaufnahme der Welt stammt aus dem Jahr 1888: ein Stück aus dem Oratorium “Israel in Egypt. Der Tonträger: eine braune Wachsrolle. Das Aufnahmegerät hatte Thomas Edison ein Jahrzehnt zuvor erfunden: den “Phonographen. Er bestand aus einem Trichter, mit dem der Schall aufgefangen und an eine Membran weitergeleitet wurde. Eine daran befestigte Nadel ritzte eine Spur auf eine Wachsrolle oder auch auf eine Zinnfolie, die über eine Stahlwalze gespannt war. Zum Abhören brauchte man nur noch die Nadel auf den Ausgangspunkt zu setzen und die Walze zu drehen. Das Ergebnis glich jedoch eher einem fernen Summen, als einer mitreißenden orchestralen Offenbarung. Doch der Anfang der Tonaufzeichnung - er war geglückt.
Der erste Schallplattenmillionär
Während im Süden der USA die ersten Jazz-Bands für Furore sorgten, entwickelte der Deutsche Emil Berliner ein Verfahren, mit dem Töne auf einer flachen Scheibe gespeichert und auf einem “Grammophon abgespielt werden konnten. 1897 kam sie auf den Markt, die erste “Schellackplatte mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern und wenigen Minuten Spieldauer.
Ein Jahr später begann in Hannover die Deutsche Grammophon Gesellschaft mit der Massenproduktion. Zu den meistgekauften Titeln dieser zerbrechlichen Tonträger gehörten am Anfang Tangoeinspielungen und exotische Volksmusik. Der erste Schellackplattenmillionär war der italienische Tenor Enrico Caruso. Zwischen 1902 und 1921 spielte er 234 überwiegend klassische Aufnahmen ein und verdiente daran rund zwei Millionen Dollar.
Das Ein-Zentner-Tonbandgerät
1928 kam das erste vollelektronische Grammophon auf den Markt, das die bis dahin notwendige Handkurbel überflüssig machte. Im gleichen Jahr ließ sich der Ingeneur Fritz Pfleumer das erste Tonbandgerät patentieren. Es dauerte dann allerdings noch weitere sieben Jahre, bevor das “Magnetophon K1 auf der 12. Funkausstellung in Berlin vorgestellt werden konnte. Es bestand aus Laufwerk, Verstärker und Lautsprecher und wog zusammen rund einen Zentner. Bei diesem Prototyp aller Tonbandgeräte wurde als Tonträger ein Kunststoffband mit magnetisierbarer Eisenoxydschicht verwendet. Ein Band reichte damals für 20 Minuten Aufnahme.
Ein Violinkonzert als erster Vinyl-Tonträger
Auch in der Schallplattentechnik gab es bald enorme Fortschritte. 1931 veröffentlichte die Radio Corporation of America (RCA) die erste Schallplatte mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute. Kurze Zeit später präsentierte der Ingenieur Alan Blumlein die Stereoplatte. 1948 erfand der Physiker Peter Carl Goldmark die Schallplatte aus Vinyl. In Deutschland kam das erste Vinyl 1952 auf den Markt: ein Violinkonzert von Mendelssohn-Bartholdy.
Die neuen schwarzen Tonträger waren nicht nur viel stabiler als die Schellacks, sondern sie rauschten auch weniger. Die Technik: Der Tonabnehmer des Schallplattenspielers wandelt die Schwingungen der Nadel in elektrische Ströme um, die dann entsprechend verstärkt über Lautsprecher die Tonsignale wiedergeben.
Elvis: der Tonträger-Milliardär
Mit der Umstellung von Schellack auf Vinyl kam es in den fünfziger Jahren zu einem wahren Schallplatten-Boom. Der half nicht nur dem RocknRoll zum Durchbruch, sondern führte in den USA auch zu sogenannten “Record Hops - Veranstaltungen, bei denen die Musik nicht mehr live gespielt wurde, sondern von Plattenspielern und Lautsprechern kam.
Ob in diesen ersten Diskotheken, zu Hause auf dem Plattenteller oder in den Jukeboxen der Bars und Cafés: eine Schallplatte von Elvis Presley war meistens dabei. Der King of RocknRoll produzierte von Mitte der fünfziger bis in die siebziger Jahre über 800 Titel. Mit mehr als 1,5 Milliarden abgesetzten Schallplatten, Cassetten und CDs ist er der weltweit einzige Tonträger-Milliardär.
Hits für unterwegs
Als die Beatles 1963 mit ihrem ersten Album “Please Please Me die Charts stürmten, stellte der holländische Philips-Konzern eine kleine Neuheit vor, die ebenso wie die vier Pilzköpfe einen weltweiten Siegeszug vor sich hatte: die Musik- oder Compact-Cassette (MC). Mit dem dazu gehörigen Cassetten-Recorder konnten Hits aus dem Radio oder vom Fernseher selbst mitgeschnitten werden, je nach Bandlänge für Aufnahmen bis zu 30, 60, 90 oder 120 Minuten.
Mit einem Tonträger für unterwegs revolutionierte Sony 1979 den Markt. Dank “Walkman, einem leichten transportablen Cassetten-Abspielgerät mit Kopfhörer, konnte Musik auch beim Joggen im Park oder im Zugabteil gehört werden.
Musik im digitalen Zeitalter
Gemeinsam mit Philips präsentierte Sony 1982 den ersten CD-Player. Das digitale Zeitalter der Tonträger hatte begonnen. “The Visitors von ABBA war die erste CD im Handel. Die Vorteile waren schnell klar: eine überzeugende Klangqualität, kein Umdrehen der Platte mehr und wegen der Fehlerkorrektur-Funktion sind Kratzer nicht mehr zu hören. Die Musik ist digital gespeichert, d. h. in mikroskopisch kleinen Vertiefungen (“Pits) und Zwischenräumen (“Lands) in einer spiralförmigen Spur angeordnet. Diese wird von einem Laser abgetastet und vom Player in hörbare, analoge Signale umgewandelt. Mit einem von Philips und Sony Mitte der achtziger Jahre entwickelten DAT-Recorder waren digitale Bandaufnahmen möglich, doch verhinderten vor allem der hohe Anschaffungspreis und die Musikindustrie, dass sich diese Recorder durchsetzten. Stattdessen drängen seit einigen Jahren CD-Recorder zu immer erschwinglicheren Preisen auf den Markt.
Die ohnehin hohe Klangqualität der Musik-CD wird durch ein 2002 eingeführtes hoch auflösendes Mehrkanal-Musikformat noch übertroffen: die DVD-Audio. Mit einem DVD-Audio-Player lässt sich ein raumhaft-opulenter 5.1-Kanal-Surround-Sound genießen.
Über 50 Stunden Musik auf einer DVD
Musik aus dem Internet herunterzuladen oder direkt auf der PC-Festplatte zu speichern - das ist erst durch das Format MP3 spielend leicht möglich geworden. Mit dieser Technik können Musikstücke bis auf ein Zwölftel der ursprünglichen Größe komprimiert werden - ohne wahrnehmbaren Verlust der Klangqualität. Zun Abspielen benötigt man einen MP3-Player, z. B. WinAmp, McAmp oder einen der kleinen transportablen Player mit Festplatten, Speicherkarten oder Mini-CDs.
Und dem Appell von Prince “Keep that party movin` zu folgen - das ist dank DVDs, auf denen über 50 Stunden MP3-Musik gespeichert werden können, ein Kinderspiel.




