Ein Wissenschaftler teilte auf Mastodon eine knappe Beobachtung über seinen Alltag beim Schreiben eines neuen Papers. Keine ausführliche Analyse, keine Studie – nur wenige Zeilen. Doch was er beschreibt, illustriert einen Strukturwandel in der akademischen Forschung.
Er skizziert die alte Arbeitsteilung: Der Professor definiert die Forschungsrichtung, ein Doktorand kümmert sich um die theoretische Seite einschließlich der Beweise, ein Bachelor- oder Masterstudent entwickelt einen Prototyp zur experimentellen Validierung der Ideen. Dann beschreibt er seine gegenwärtige Praxis: Der Professor definiert die Forschungsrichtung, Claude erledigt den Rest.
Claude ist ein KI-Assistent von Anthropic. Der Wissenschaftler zitiert zum Abschluss Bob Dylans „The Times They Are A-Changin'" – ein Verweis auf tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Die Aussage charakterisiert einen radikalen Strukturwandel in der akademischen Forschung durch generative KI-Werkzeuge.
Die implizite Frage bleibt offen: Welche Konsequenzen hat es für die Ausbildung von Doktoranden und Studierenden, wenn KI deren Kernaufgaben übernimmt? Der Beitrag löste Diskussionen in wissenschaftlichen Kreisen über die Implikationen für Nachwuchswissenschaftler und die Qualität von KI-generierter Forschung aus.




