Wettkampf vor dem Bildschirm
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Wettkampf vor dem Bildschirm

Bild: Foto: Thomas Vogt from Paderborn, Deutschland, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Was für Fußballspieler Ball und Rasen sind, sind für sie Maus, Gamepad und Bildschirm: E-Sportler spielen wettbewerbsmäßig Computerspiele – und sind damit wahnsinnig erfolgreich. Längst hat sich der elektronische Sport von einer Subkultur zu einem Phänomen entwickelt, das die Massen begeistert. Er ist ein Milliardengeschäft mit eigenen Stars, Profi-Teams und Millionen von Fans auf der ganzen Welt.

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Was für Fußballspieler Ball und Rasen sind, sind für sie Maus, Gamepad und Bildschirm: E-Sportler spielen wettbewerbsmäßig Computerspiele – und sind damit wahnsinnig erfolgreich. Längst hat sich der elektronische Sport von einer Subkultur zu einem Phänomen entwickelt, das die Massen begeistert. Er ist ein Milliardengeschäft mit eigenen Stars, Profi-Teams und Millionen von Fans auf der ganzen Welt.

Der professionelle Wettkampf zwischen Gamern erfolgt nach festgelegten Regeln und in einer Vielzahl von Spielen, von Sportsimulationen wie Fifa über Ego-Shooter bis hin zu Echtzeit-Strategiespielen wie League of Legends. Die Wurzeln dieser Art des Computerspielens reichen jedoch weit hinter die Erfindung dieser Games zurück. Denn schon in den 1970er Jahren konnten Zocker in Ataris Pong gegeneinander antreten und auch Vorläufer wie Tennis for Two waren bereits auf den Wettkampf ausgelegt.

Zunehmend etabliert

Erst mit der Verbreitung von Computer-Netzwerken und dem Internet nahm die Entwicklung des E-Sports jedoch so richtig an Fahrt auf. Die Wettkämpfe wurden im Laufe der Zeit immer professioneller organisiert und lockten immer mehr Zuschauer an. Dies führte dazu, dass sich der Computerspiele-Wettkampf gesellschaftlich zunehmend etablierte. In Ländern wie China und den USA wird der elektronische Sport inzwischen sogar von großen Sportverbänden als Sportart anerkannt.

Tatsächlich haben der elektronische und der Sport im traditionellen Sinne einige Gemeinsamkeiten: Nicht nur die Fan- und Organisationsstrukturen ähneln sich teilweise. Auch den Wettkampfgedanken haben beide Varianten gemein. Hinzu kommt, dass professionellen E-Sportlern durchaus körperliche und mentale Höchstleistungen abverlangt werden – von der Hand-Augen-Koordination über die Reaktionsgeschwindigkeit bis hin zum taktischen, vorausschauenden Denken.

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Sport oder nicht?

Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) reicht dies allerdings nicht. Mit Ausnahme von Sportsimulationen lehnt er die Anerkennung des E-Sports als Sportart kategorisch ab und damit auch die Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen. Auch ein im Auftrag des DOSB erstelltes Rechtsgutachten kam kürzlich zu dem Schluss, dass jegliches Spiel an der Konsole kein Sport im Sinne des geltenden Rechts sei.

Denn: Der Begriff sei "durch die langjährige Rechtsprechung im traditionellen Sinne der Anforderungen an die Körperlichkeit konkretisiert". Kritiker bemängeln, dass sich auch vom DOSB anerkannte Sportarten wie Darts oder Sportschießen nicht durch einen großen Umfang an Bewegung auszeichnen, sondern vor allem – wie der E-Sport – durch ihre Präzision.

Bruce Liu / CC BY-SA 3.0

Zocken im Sportverein

Nichtsdestotrotz kommt der E-Sport in Deutschland vermehrt mit dem "echten" Sport in Berührung. Ob VfL Wolfsburg oder FC Schalke 04: Immer mehr traditionelle Sportvereine gründen eigene E-Sport-Abteilungen und mischen mit ihren Mannschaften in professionellen Ligen mit. Auch im Amateurbereich engagieren sich Klubs wie Schalke – und bieten zum Beispiel Feriencamps für Computerspiele-begeisterte Kinder an.

Insgesamt sind nach Angaben des E-Sport-Bunds Deutschland über 100 Vereine im E-Sport-Bereich tätig oder befinden sich im Aufbau – darunter sowohl reine E-Sport-Vereine als auch Mehrspartenvereine mit E-Sport-Angebot. Mehr als drei Millionen Menschen schauen hierzulande mindestens einmal im Monat E-Sport-Wettkämpfe oder sind selbst in einer Amateur-Liga aktiv, wie eine Umfrage des Branchenverbands game ergeben hat.

Gefahr oder Chance?

Skeptiker befürchten durch die zunehmende Verbreitung von E-Sport unter anderem ein erhöhtes Suchtrisiko – etwa, wenn junge Menschen ihren Idolen nacheifern und stundenlang isoliert im Kinderzimmer "daddeln". Doch gerade die Organisation in Vereinen könnte in diesem Zusammenhang auch eine Chance sein, das Spielen kontrollierter zu gestalten und mit Jugend- und Sozialarbeit zu kombinieren.

Zwar benötigen E-Sport-Vereine nicht unbedingt ein Vereinsheim. Trotzdem steht auch bei vielen dieser Organisationen der direkte Austausch und das gemeinsame Training mit Teamkollegen im Fokus. Dabei können neben Spielwissen und Tricks ganz nebenbei wichtige soziale Werte vermittelt werden.

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