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Zu jung für Social Media? Warum Australiens Verbot umstritten ist
Bildquelle nicht angegeben
Digital

Zu jung für Social Media? Warum Australiens Verbot umstritten ist

Seit dem 10. Dezember 2025 ist es in Australien Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren untersagt, eigene Konten auf zahlreichen großen Social-Media-Plattformen zu führen. Die Plattformen müssen dies durch entsprechende Kontrollen sicherstellen. Von dieser Regelung sind zehn Dienste betroffen, darunter Instagram,…
Veröffentlicht
22. Januar 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Digital
Jugendliche mit Smartphone

© KI-generiert (Copilot)

Seit dem 10. Dezember 2025 ist es in Australien Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren untersagt, eigene Konten auf zahlreichen großen Social-Media-Plattformen zu führen. Die Plattformen müssen dies durch entsprechende Kontrollen sicherstellen. Von dieser Regelung sind zehn Dienste betroffen, darunter Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch. Bei Verstößen drohen den Plattformen hohe Geldstrafen.

Es kommt auf die Nutzung an

Hintergrund der Regelung sind neuere Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen. Eine große Überblicksstudie von 2025 zeigt beispielsweise, dass Social Media bei Kindern und Jugendlichen häufig mit psychischen Problemen wie Stress, Angst oder Depressionen zusammenhängt – vor allem dann, wenn sie viel Zeit online verbringen oder Inhalte nur passiv konsumieren.

Gleichzeitig macht die Studie aber auch deutlich, dass soziale Medien nicht grundsätzlich schädlich sind: Bei maßvoller und aktiver Nutzung können Instagram, Tiktok und Co sogar dabei helfen, Kontakte zu pflegen und sich weniger allein zu fühlen. Entscheidend ist also weniger die Plattform selbst als vielmehr, wie intensiv und auf welche Weise sie genutzt wird.

Szene mit Smartphonenutzern aller Altersgruppen

© thinkstock.com, Michael Blann

Warum LGBTQ+ Jugendliche besonders betroffen sind

Das australische Social-Media-Verbot wird vor allem wegen seines starken Eingriffs in die digitale Teilhabe kritisch gesehen. Denn für viele Jugendliche sind soziale Medien längst ein fester Bestandteil ihres Alltags. Sie nutzen sie, um sich auszutauschen, sich zu informieren, sich eine Meinung zu bilden und Freundschaften zu pflegen. Eine feste Altersgrenze unterbindet all das pauschal – selbst in Fällen, in denen Social Media eher hilft als schadet.

Besonders kritisch sehen das Verbot queere Jugendorganisationen. Sie weisen darauf hin, dass soziale Medien für viele LGBTQ+ Jugendliche eine deutlich größere Rolle spielen als für andere Gleichaltrige. Sie sind ein wichtiger Ort für Austausch, Orientierung und Unterstützung. Gerade weil sich viele junge Menschen in ihrem familiären oder schulischen Umfeld nicht sicher fühlen, sind Online-Räume oft der einzige Ort, an dem sie offen sie selbst sein können.

Und wie sieht es in Deutschland aus?

Australien könnte mit seinem Vorstoß im Jugendschutz kein Einzelfall bleiben: Die Diskussion um Altersgrenzen für soziale Medien stellt sich auch in anderen Ländern. Frankreich, Malaysia und Indonesien haben bereits angekündigt, ähnliche Gesetze einführen zu wollen. Und auch in Deutschland wird darüber diskutiert. Prinzipiell könnte auch hier ein Gesetz mit Altersgrenzen für soziale Netzwerke verabschiedet werden.

In der Praxis wäre ein solcher Alleingang für Deutschland oder Frankreich jedoch deutlich komplizierter als in Australien. Viele Rechtswissenschaftler verweisen dabei auf die EU: Mit dem Digital Services Act (DSA) gibt es bereits eine europaweit einheitliche Regelung für große Online-Plattformen, zu denen auch die bekannten sozialen Netzwerke zählen. Da der DSA als umfassende EU-Vorgabe gilt, haben einzelne Mitgliedstaaten kaum Spielraum für eigene Sonderregeln.

Eine weitere Hürde ist, dass Deutschland in den europäischen Binnenmarkt eingebunden ist. Innerhalb der EU gelten für Plattformen in erster Linie die Gesetze des Landes, in dem sie ihren europäischen Sitz haben. Da die meisten großen Social-Media-Unternehmen nicht in Deutschland ansässig sind, wäre ein nationales Verbot nur schwer durchzusetzen.

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