Gorbatsch ọ w

Michail Sergejewitsch, sowjetischer Politiker, * 2. 3. 1931 Priwolnoje bei Stawropol; Jurist und Agrarökonom; seit 1980 Mitglied des Politbüros, seit 1985 Generalsekretär des ZK der KPdSU. Er veranlasste zahlreiche Umbesetzungen in der Partei- und Staatsführung. Unter den Schlagworten Glasnost (Offenheit) und Perestrojka (Umgestaltung) nahm er eine Reform des sowjetischen Staats- und Wirtschaftssystems in Angriff und setzte eine umfangreiche Verfassungsreform durch. Im Zuge dieser Reform wurde Gorbatschow 1989 zum Vorsitzenden des Obersten Sowjets (Staatsoberhaupt mit weit reichenden Vollmachten) und 1990 zum Staatspräsidenten gewählt. Aufgrund der steigenden Instabilität betrieb Gorbatschow seit Mitte 1990 eine zunehmend konservative Politik. Außenpolitisch tolerierte er die Demokratisierung des Ostblocks sowie die deutsche Wiedervereinigung. Außerdem suchte er den Ausgleich mit den USA und betrieb die Beendigung des Ost-West-Konflikts. 1991 scheiterte ein Putsch gegen Gorbatschow. Er legte daraufhin das Amt des Generalsekretärs der KPdSU nieder. Nach Gründung der GUS trat Gorbatschow auch vom Amt des Staatspräsidenten der UdSSR zurück. – 1990 erhielt Gorbatschow den Friedensnobelpreis. „Erinnerungen“ 1995.

Auch: Gorba č ev