Kabel
ein oder mehrere elektrische Leiter (Adern) in isolierenden und gegen Feuchtigkeit sowie mechanische Beschädigungen schützenden Umhüllungen. Starkstromkabel dienen zur Verteilung elektrischer Energie, während Nachrichtenkabel (auch Fernmelde- oder Schwachstromkabel genannt) Übertragungskanäle für Telefon, Telefax, Radio- und Fernsehübertragungen enthalten.
Bei Starkstromkabeln richten sich Querschnitt und Zahl der Leiter (Massivleiter oder Litzen; meist aus Kupfer, aber auch aus Aluminium) nach Stromstärke und Stromart (bei Drehstrom z. B. 3 Außenleiter und 1 Nullleiter). Jeder Leiter ist für sich isoliert. Alle Leiter zusammen werden gegen Feuchtigkeit mit einem Mantel aus Blei oder Aluminium umpresst; gegen mechanische Beschädigungen des Mantels schützt eine Armierung aus Stahlbändern oder Drähten, auch aus Kunststoff. Für höchste Spannungen (bis 500 kV) gibt es Ölkabel , in denen die isolierten Leiter im ölgefüllten Kabelmantel liegen. Bei Druckkabeln liegen die isolierten Leiter in einem druckfesten Rohr, das mit Stickstoff gefüllt ist.
Nachrichtenkabel für den Weitverkehr enthalten sog. Breitband-Tuben , die aus einem Mittelleiter und einem zentrisch darum liegenden Rohr aus Kupferbändern bestehen, sowie Adern mit Kunststoffisolierung. Moderne Bauarten dieser Trägerfrequenzkabel übertragen gleichzeitig Tausende von Gesprächen sowie viele Radio- und mehrere Fernsehsendungen. Noch höhere Übertragungskapazitäten (100 000 Telefongespräche bzw. 20 Fernsehprogramme) erreicht man heute mit Glasfaserkabeln ( Lichtwellenleiter ).
Die Kabel werden im Allgemeinen in die Erde verlegt (Erdkabel) ; in Städten kommen sie in Kabelkanäle aus Beton; Fluss- und Seekabel , die direkt im Wasser verlegt werden, erhalten eine starke Armierung. Die Verlegung von selbsttragenden Freileiterkabeln durch die Luft ist nicht mehr überall üblich.