Kommun ị stische Partei Italiens

gegründet 1921 in Livorno. Die KPI entstand durch Abspaltung dreier radikaler Gruppierungen von der Sozialistischen Partei Italiens (PSI). Die Führung der Partei hatte seit 1924 A. Gramsci inne. 1926 wurde die KPI von der seit 1922 amtierenden faschistischen Regierung B. Mussolinis verboten; sie blieb bis 1943 illegal.

Die KPI beteiligte sich 1943/44 am wieder erwachenden politischen Leben in dem von den Westmächten bereits besetzten Süditalien; gleichzeitig wurde sie zur maßgeblichen Kraft im Partisanenkampf gegen die faschistische Satellitenregierung im nördlichen Italien. Neben der Democrazia Cristiana stieg die KPI nach dem 2. Weltkrieg zur zweitstärksten politischen Kraft auf.

Seit 1956 propagierte die Partei anstelle der Zerschlagung des bürgerlichen Staates seine Umgestaltung durch Strukturreformen auf demokratischer Basis. Die Partei löste sich mehr und mehr von der Bindung an die KPdSU und übte mehrfach Kritik an der sowjetischen Innen- und Außenpolitik. Die KPI galt als eine Hauptvertreterin des Eurokommunismus .

Bis zum Ende der 1970er Jahre verfolgte sie die Strategie des „historischen Kompromisses“, d. h. der politischen Aktionseinheit mit der Democrazia Cristiana. Das Scheitern dieser Politik führte 1980 zur erfolglosen Proklamation einer „demokratischen Alternative“, mit der insbesondere Sozialisten und Sozialdemokraten angesprochen werden sollten.

Bedeutende Parteiführer der Nachkriegszeit waren P. Togliatti (1947 – 1964) und E. Berlinguer (1972 – 1984).

Unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der kommunistischen Regime in Europa ging die KPI zu sozialdemokratischen Positionen über. 1991 änderte sie ihren Namen in Demokratische Partei der Linken (italienische Abkürzung PDS ). Eine orthodox-kommunistische Gruppe spaltete sich ab. Nach den Wahlen 1996 übernahm die PDS im Rahmen der Mitte-links-Koalition erstmals Regierungsverantwortung. Im Februar 1998 bildete die PDS mit anderen linken Organisationen die Gruppierung Linksdemokraten (Democrati di Sinistra, DS). Ihr Führer M. D ’ Alema war 1998 – 2000 italienischer Ministerpräsident. 2007 schlossen sich Linksdemokraten und die Gruppierung Margherita zur Demokratischen Partei (Partido Democratico, PD) zusammen.

Auch: Abkürzung KPI