1282 Tore und dreimal Weltmeister
Leben & Lifestyle

1282 Tore und dreimal Weltmeister

Bild: Foto: Charmbook, CC0, via Wikimedia Commons

Pelé wuchs in einem Elendsviertel einer brasilianischen Kleinstadt auf. Seine Eltern waren sehr arm. Sein Vater war Berufsfußballer, musste jedoch wegen einer Verletzung aufhören. Aus Angst verbot die Mutter ihrem Sohn, jemals Fußballspieler zu werden.

Schuhputzer mit sieben Jahren

Pelé wuchs in einem Elendsviertel einer brasilianischen Kleinstadt auf. Seine Eltern waren sehr arm. Sein Vater war Berufsfußballer, musste jedoch wegen einer Verletzung aufhören. Aus Angst verbot die Mutter ihrem Sohn, jemals Fußballspieler zu werden.

Schon mit sieben Jahren stand der kleine Edson Arantes do Nascimento auf der Straße und verkaufte Nüsse oder putzte Schuhe.

Größter Fußballer der Welt

Doch Fußball blieb seine große Leidenschaft. Mit zehn gründete er seinen ersten Club und wurde von dem Fußballstar Waldemar de Brito entdeckt. Der brachte Pelé zum berühmten FC Santos nach São Paulo und erklärte: "Dieser Bub wird eines Tages der größte Fußballspieler der Welt sein."

Mit 17 kam Pelé in die Nationalmannschaft. In diesem Jahr gewann Brasilien zum ersten Mal die WM. Bis heute ist der Ball-Artist der jüngste Weltmeister und zugleich der mit den meisten Titeln. Dreimal holte Brasilien mit Pelé als "Geheimwaffe" den WM-Pokal.

18 Jahre lang spielte Pelé für Santos. 1975 kaufte ihn Cosmos New York. Man munkelt, dass Pelé für den Wechsel 5 bis 12 Millionen Dollar bekam. Zusammen mit Franz Beckenbauer sollte er das Team in Schwung bringen.

1977 setzte sich Pelé zur Ruhe. Bei seinem Abschiedsspiel Cosmos gegen Santos trat er in der ersten Hälfte für Cosmos an, in der zweiten für Santos.

Tanz mit dem Ball

Ein Journalist sagte über den Stürmer: "Wäre er nicht als Mensch zur Welt gekommen, dann wäre er ein Ball." Wenn Pelé mit der Lederkugel "tanzte" stand das Publikum Kopf.

So wie als 17jähriger im WM-Endspiel gegen Schweden: Da stoppte der Fußballzauberer einen Pass mit der Brust, ließ den Ball über das Knie abrollen, schlenzte ihn über den Kopf, drehte sich um die eigene Achse und trat die Kugel zielsicher zwischen die Pfosten.

In 26 Jahren setzte Pelé 1282 Bälle in den Kasten. Nach seinem 1000. Tor läuteten alle Kirchenglocken in Brasilien.

Vom armen Jungen zum Sportminister

Weil Pelé schon so früh Geld für seine Familie verdienen musste, lernte er als Kind nie richtig lesen und schreiben. Mit 13 konnte er gerade seinen Namen buchstabieren. Doch als Erwachsener holte er das Abitur nach und besuchte die Sporthochschule.

Vier Jahre lang war Pelé brasilianischer Sportminister. In dieser Zeit kämpfte er gegen Bestechlichkeit und für mehr Rechte für die brasilianischen Fußballspieler.

Heute trainiert Pelé die Jugend von FC Santos.

Kicken mit Lumpenbündeln

Wie Pelé werden viele Spitzenfußballer aus der dritten Welt nur durch Zufall entdeckt. Als Kinder haben sie meist keine Bälle, sondern kicken mit Bündeln aus Lumpen.

So ähnlich spielten auch unsere Ur-Ur-Großväter. Häufig stellten sie auf dem Dorfplatz einfach ein Paar Holzschuhe auf, um das "Tor" zu markieren.

Dagegen hatten die ersten Fußballer vor über 2.500 Jahren schon mit Federn gefüllte Lederkugeln. Das waren chinesische Soldaten, die ihre Geschicklichkeit mit Bällen und Netzen an Bambusstangen trainierten.

Ganz anders sah das der englische König Eduard III. Er untersagte seinen Untertanen im Jahr 1350 das Kicken. "Dergleichen eitle Spiele" würde das Volk vom Bogenschießen und anderen Kriegskünsten ablenken.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite