18. Januar: Kyrill in Ostwestfalen-Lippe
Leben & Lifestyle

18. Januar: Kyrill in Ostwestfalen-Lippe

Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Der Zug war voll wie immer. Ich wunderte mich zwar, dass der Zug nicht losfuhr, doch da alle anderen Fahrgäste gemütlich dösten oder lasen und auch keine Durchsage kam, machte ich mir keine allzu großen Gedanken. Als Pendler nennt man ja eine gewisse stoische Ruhe sein Eigen. Nach etwa 15 Minuten, in denen rein gar nichts geschah, öffnete sich die Zugtür und ein netter Herr um die 50 rief durch das Abteil, ob noch jemand nach Bielefeld müsse. Er habe noch einen Platz im Auto frei. Ich rief – nun doch etwas nervös – „Ja, Ich!“ Mit zwei weiteren aufgelesenen Mitfahrern ging es Richtung Bielefeld. Es dauerte sicher dreimal so lang wie gewöhnlich, denn um Äste, abgebrochene Bäume und heruntergekommene Stromleitungen fährt es sich nicht nur bei Dauerregen bekanntlich schlecht. Im Auto erfuhr ich aus dem Radio, was „Kyrill“ schon alles verwüstet und dass die Bahn den Zugverkehr eingestellt hätte. Diese Info im Zug oder am Gleis zu bekommen wäre sicherlich schön gewesen.

Der Zug war voll wie immer. Ich wunderte mich zwar, dass der Zug nicht losfuhr, doch da alle anderen Fahrgäste gemütlich dösten oder lasen und auch keine Durchsage kam, machte ich mir keine allzu großen Gedanken. Als Pendler nennt man ja eine gewisse stoische Ruhe sein Eigen. Nach etwa 15 Minuten, in denen rein gar nichts geschah, öffnete sich die Zugtür und ein netter Herr um die 50 rief durch das Abteil, ob noch jemand nach Bielefeld müsse. Er habe noch einen Platz im Auto frei. Ich rief – nun doch etwas nervös – „Ja, Ich!“ Mit zwei weiteren aufgelesenen Mitfahrern ging es Richtung Bielefeld. Es dauerte sicher dreimal so lang wie gewöhnlich, denn um Äste, abgebrochene Bäume und heruntergekommene Stromleitungen fährt es sich nicht nur bei Dauerregen bekanntlich schlecht. Im Auto erfuhr ich aus dem Radio, was „Kyrill“ schon alles verwüstet und dass die Bahn den Zugverkehr eingestellt hätte. Diese Info im Zug oder am Gleis zu bekommen wäre sicherlich schön gewesen.

Aber ich hatte Glück im Unglück: Der nette Herr wohnte nur drei Straßen von mir entfernt und brachte mich fast bis zur Haustür. Nur fast, da meine Straße unpassierbar geworden war. Ich rannte durch den Regen nach Hause – ständig in Angst, dass mich ein Ast oder irgendetwas Herumfliegendes treffen könnte. Wohlbehalten in meiner Wohnung angekommen war ich sehr erleichtert, auf so einen hilfsbereiten Menschen getroffen zu sein.

Am nächsten Tag nahm mich ein Kollege mit zur Arbeit, da die Bahn die Schäden noch nicht beseitigt hatte. Ich schaute aus meinem Bürofenster und staunte nicht schlecht über die Robustheit der vier Zierbäumchen auf dem Parkplatz.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite