2006 - in Millionen und Milliarden
Leben & Lifestyle

2006 - in Millionen und Milliarden

Bild: Foto: Amrei-Marie, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wirtschaft wird zweifellos von Menschen bewegt. Doch immer wieder geht es dabei um Werte, Kosten und gigantische Summen. Wir haben für Sie wichtige Wirtschafts-Zahlen von 2006 zusammengestellt. Meistens geht es um Millionen, oft aber auch um Milliarden - für Weihnachtsbäume, Kinder und Schwarze Kassen.

Zunahme bei Nordmännern

Für 28 Millionen Euro haben die Deutschen in diesem Jahr Weihnachtsbäume gekauft. Insgesamt waren es rund 300.000. Der Trend gehe zum Zweitbaum für Balkon und Terrasse, so Dirk-Uwe Klaas vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie.

Global-Player aus Wiesbaden

Für mehr als 12 Milliarden Euro erwarb der Linde-Konzern in Wiesbaden den britischen Gasehersteller BOC und wird dadurch in Zukunft zum größten Industriegase-Unternehmen der Welt.

Neuer Mittelpunkt in Berlin

In Berlin eröffneten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bahnchef Hartmut Mehdorn den neuen Hauptbahnhof. Pro Tag verkehren hier über 1.000 Züge. Mit Kosten von insgesamt rund 750 Millionen Euro ist er der teuerste Bahnhofsneubau der Nachkriegszeit.

Auf die Gesundheit!

Rund 17 Milliarden Euro zahlte der Leverkusener Bayer-Konzern für die Übernahme des Darmstädter Pharmaherstellers Schering. Es ist eine der teuersten Übernahmen in der Pharma-Branche.

Im Abseits

Acht Prozent der Bevölkerung fühlen sich laut einer Studie, die die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Auftrag gegeben hat, im gesellschaftlichen Abseits. Diese 6,5 Millionen, von denen ein erheblicher Anteil arbeitslos ist und in Ostdeutschland lebt, bezeichnen die Macher der Studie als „Prekariat“. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hatte in diesem Zusammenhang in einem Interview den Begriff „Unterschicht“ benutzt und damit eine kontroverse Debatte angestoßen, die durch alle Parteien ging.

1,5 Billionen Staatsschulden

Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte hat am Freitag, 5. Mai 2006, die neue Rekordmarke von 1.500 000 000 000 Euro erreicht. Damit lastet auf jedem Einwohner ein Berg von 18.200 Euro öffentlicher Schulden. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler (BdSt) wächst dieser Schuldenberg pro Sekunde um 2.113 Euro.

Erneut Exportweltmeister

432 Milliarden Euro betrug das Exportvolumen deutscher Unternehmen im ersten Halbjahr 2006. Das ist eine Steigerung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 13 Prozent. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) deuten alle Zeichen darauf hin, dass Deutschland zum vierten Mal in Folge Exportweltmeister wird.

Spenden-Rekord

30 Milliarden US-Dollar spendete Warren Buffett, Gründer des Investmentunternehmens Berkshire Hathaway der Bill-Gates-Stiftung. Der zweitreichste Mann der Welt kündigte zugleich an, weitere 7,4 Milliarden US-Dollar Wohltätigkeitsorganisationen zu schenken. Ingesamt ist es die größte Spende aller Zeiten.

Reiche Kids

Rund 5,9 Milliarden Euro beträgt das Vermögen der 6- bis 13-Jährigen in Deutschland. Damit verfügt im Schnitt erstmals jedes Kind über ein Guthaben von knapp über tausend Euro. Pro Monat bekommt ein Kind durchschnittlich 20,50 Euro Taschengeld. Zum Geburtstag gibt es rund 68 Euro und zu Weihnachten noch einmal durchschnittlich 77 Euro. Auf den Sparkonten der Kinder befinden sich im Schnitt beachtliche 615 Euro. Das ist das Ergebnis der „KidsVerbraucherAnalyse 2006“ zum Verbraucherverhalten von Kindern.

Größte Börse

Der Börsenbetreiber New York Stock Exchange (NYSE) und die europäische Vierländerbörse Euronext - zu ihr gehören die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris - haben sich auf eine Fusion geeignet. Für den transatlantischen Zusammenschluss sollen die New Yorker angeblich 7,78 Milliarden Euro berappen. Bis zuletzt hatte auch die Deutsche Börse beim Übernahmepoker mit geboten, konnte sich aber schließlich nicht durchsetzen. Durch die Fusion entsteht die größte Börse der Welt. Geplanter Name: NYSE Euronext.

Wertpapier-Gipfel I

Deutschlands wichtigster Aktienindex, der DAX, liegt wieder über 6.000 Punkten. Im Aktienboomjahr 2000 lag er kurzfristig – unverhältnismäßig hoch – sogar bei über 8.000, bevor eine rasante Talfahrt auf 2.200 Punkte im Jahr 2003 hinlegte.

Wertpapier-Gipfel II

Die Wirtschaft boomt – auch in den USA. Der amerikanische Dow-Jones-Index erreichte 2006 erstmals in seiner Geschichte die 12.000 Punkte (am 20. Dezember lag der Wert bei 12.498).

Schmierentheater

Schwarze Kassen bei Siemens: 420 Millionen Euro sollen Mitarbeiter des Münchener Konzerns auf ausländischen Schmiergeldkonten abgezweigt haben. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung laufen seit Anfang November.

Victory!

Gegen die Zahlung von 5,8 Millionen Euro stellt das Landgericht Düsseldorf das Verfahren im Fall Mannesmann ein. 3,2 Millionen Euro soll Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, zahlen, etwa 1,5 Millionen Euro der Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser. Im spektakulärsten deutschen Wirtschaftsprozess ging es um die Millionen-Abfindungen nach der Übernahme des Unternehmens durch den Mobilfunk-Konzern Vodafone.

Weniger Arbeitslose

Die Zahl der Erwerbslosen ist Ende 2006 in Deutschland so gering wie seit Jahren nicht mehr. Im November liegt sie bei knapp unter vier Millionen oder 9,6 Prozent. Unter dieser Marke hatte die Zahl zuletzt im Oktober 2002 gelegen. Positive Zahlen werden auch von Stellenangeboten gemeldet. Das Angebot an freien Stellen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 116.000 auf 402.000 erhöht.

TV-Poker

Für 3 Milliarden Euro kaufen die Finanzinvestoren KKR und Permira 50,5 Prozent von Pro Sieben Sat 1. Für diesen Anteil hatten Haim Saban und seine Partner 2003 rund 525 Millionen Euro bezahlt.

Zum Fenster hinaus

Mindestens 30 Milliarden Euro verschwenden Politiker in Bund und Ländern im Jahr – so die Einschätzung des Bundes der Steuerzahler. In seinem „Schwarzbuch 2006“ stellt der Bund 103 Fälle von Missbrauch öffentlicher Gelder vor. Die Auswahl reicht von zu schmal angelegten Brücken über die Umbenennung eines Ministeriums bis hin zur Finanzierung eines 30-bändigen italienischen Wörterbuchs.

240 Milliarden Euro für die Gesundheit

240 Milliarden Euro werden in Deutschland jährlich für die Gesundheit ausgegeben. Das entspricht etwa 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die gesetzlichen Krankenkassen tragen mit rund 143 Milliarden Euro den größten Anteil. 17 Milliarden Euro zahlen die Privaten Versicherer.

Deutsche Wirtschaft spitze

Deutschland ist Spitzenreiter – zumindest im Vergleich mit der Gruppe den sieben führenden Industrienationen. Laut einer Studie der Deutschen Postbank wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 3,4 Prozent zunehmen. Damit liegt Deutschland klar vor den anderen G-7-Staaten USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Im Jahr 2007 soll das Realeinkommen der deutschen Privathaushalte – trotz Mehrwertsteuererhöhung – um elf Milliarden Euro steigen.

Gesundheits-Gelder

184 Milliarden Euro pro Jahr beträgt der finanzielle Umfang für die derzeit 145 familienbezogene Leistungen in Deutschland – von Kindergeld bis Ehegattensplitting. Das ist das Ergebnis einer ersten Bestandsaufnahme, die Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) Mitte Dezember in Berlin präsentierte.

Alters-Gelder

234,3 Milliarden Euro betragen die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2006.

EZB erhöht Leitzinsen erneut

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins zum 13. Dezember 2006 um 25 Basispunkte auf 3,50 Prozent erhöht. Es ist bereits die sechste Anhebung seit Dezember 2005. Mit dem Beschluss will die EZB zur mittel- bis längerfristigen Preisstabilität im Euro-Raum beitragen. Der Zinsschritt wird wahrscheinlich zu einer erneuten Verteuerung von Krediten für Unternehmen, Immobilienkäufer und den Staat führen.

Prognose - rückblickend

2,5 Prozent soll das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 2006 betragen. Die genauen Zahlen werden wahrscheinlich im Februar/März 2007 vorliegen.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite