
Wir sollen 2009 viel gedenken, wenn uns die Krise denn Zeit dazu lässt. Folgende Gedenkjahre werden dann mehr oder weniger feierlich eröffnet: das Händel-Jahr (250. Todestag), das Haydn-Jahr (200. Todestag), das Darwin-Jahr (150 Jahre Evolutions-Theorie), das Calvin-Jahr (500. Geburtstag), um nur einige zu nennen. Außerdem wartet das "Internationale Jahr der Astronomie" und auch der Rattenfänger von Hameln wird gefeiert - vor 725 Jahren soll er die Stadt Hameln von einer Rattenplage befreit haben und als Rache für die ausgebliebene Entlohnung 130 Hamelner Kinder fortgeführt haben.
Am 11. Januar betreibt die gebeutelte Automobilbranche in Detroit erstmals 2009 Nabelschau. Falls es sie bis dahin noch gibt. Aber schließlich hat nicht nur die Finanz- und Wirtschaftskrise für massive Probleme gesorgt, nein, die Automobilbranche hat sich über die letzten Jahre selber tief in die Sackgasse begeben - durch eine vollkommen verfehlte Produkt- und Preispolitik.
Zum 66. Mal werden die Golden Globes vergeben. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhält der große Steven Spielberg übrigens den Cecille B. DeMille Award für seinen "außerordentlichen Beitrag zum Unterhaltungsbereich". Das ist etwas hölzern formuliert - aber wahrlich zutreffend! Wo wir schon beim Kino sind - am 22. Januar startet Tom Cruise dann in Deutschland seine "Operation Walküre". Was unter riesigem Presserummel produziert wurde, wird dann auf der Leinwand zu überprüfen sein: Die sehr deutsche Geschichte des 20. Juli von Widerstand und Vaterlandstreue in der Hollywood-Sicht.
Am 18. Januar wird das Superwahljahr eröffnet und geht gleichzeitig der wohl kürzeste Wahlkampf der Bundesrepublik Deutschland zuende. Und Roland Koch wird - glaubt man den Umfragen - in Hessen als Chef einer schwarz-gelben Koalition die Ernte einfahren, die ihm die unerwartet linksflirtende Andrea Ypsilanti 2008 bestellt hat. Und Torsten Schäfer-Gümbel, seines Zeichens SPD-Spitzenkandidat, ins zweite oder dritte Glied zurücktreten.
Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Amtseinführung des US-amerikanischen Präsidenten am 20. Januar alle anderen Ereignisse des Monats an Strahlkraft übertreffen wird. Barack Hussein Obama wird als erster Farbiger den Amtseid sprechen und dann mit dem Vize-Präsidenten Joe Biden und seinem von ausgewiesenen Experten besetzten Regierungsteam keine Zeit verlieren, die herkulischen Probleme der USA anzupacken.
Beim "Unwort des Jahres" wird der Nachfolger der unsäglichen "Herdprämie" gesucht. Wir sollten hier gut aufpassen, denn laut Johannes Rau bereiten Unworte den Untaten ja den Boden. Kleiner Einlesevorschlag hierzu: Unser Blog "Sprachspione"!
In China beginnt am 26. Januar das Jahr des Rindes und in Paris laufen an diesem Tag die Models für die Haute-Couture-Modenschauen über die Laufstege. Für alle, die eher auf Weihnachten stehen und eventuell schon mal den Trends für Dezember 2008 nachspüren möchten, findet ab dem 30. Januar in Frankfurt die Christmasworld 2008 statt - die Weltleitmesse für Festschmuck und Dekoration. Und wem es dort nicht süßlich genug zugeht, kann noch bis zum 3. Februar auf der Beautyworld neue Parfüms erschnuppern oder Friseuren beim kreativen Haarhandwerk zuschauen.
Was sich 2009 für Sie ändert, hat Michael Fischer in seinem Beitrag "Das ändert sich 2009" angepackt. Und da es dort vor allem um's Geld, um Ihr Geld geht, sollten Sie lesen, was sich puncto Kindergeld, Kassenbeiträge, Wohngeld, Erbschaft, Steuer usw. tut.




