50 Jahre Star Trek: Der Zeit weit voraus
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50 Jahre Star Trek: Der Zeit weit voraus

Bild: Foto: Charmbook, CC0, via Wikimedia Commons

NBC Television, NASA (Nichelle Nichols als Uhura)v/ Public Domain

NBC Television, NASA (Nichelle Nichols als Uhura)v/ Public Domain

Mit seiner Idee einer multiethnischen und intergalaktischen Raumschiffcrew ist Regisseur Gene Roddenberry eindeutig seiner Zeit voraus. So braucht er dann auch zwei Anläufe, um NBC seine Serie schmackhaft zu machen: Die erste Pilotfolge mit dem Titel "The Cage" fällt bei dem Fernsehsender gnadenlos durch. Doch beim zweiten Versuch klappt es: Am 8. September 1966 startet "Star Trek" im US-Fernsehen durch, vier Jahre später läuft die erste Staffel in Deutschland – der Beginn einer unnachahmlichen Erfolgsgeschichte.

Gesellschaftspolitische Utopie

Kirk, Spock und Co machen sich in ihren Abenteuern von nun an regelmäßig auf, unbekannte Galaxien zu erkunden – "to boldly go where no man has gone before". Wie selbstverständlich arbeiten dabei alle in der Crew vertretenen Nationen und Hautfarben gleichberechtigt zusammen. Sie leben in einer Welt, in der die Menschheit zu einer globalen Einheit zusammengewachsen ist. Soziale Ungleichheit, Rassismus, Armut und Krieg sind überwunden. In der Vereinten Föderation der Planeten wird vertrauensvoll gemeinsam mit außerirdischen Völkern Handel und Forschung betrieben – jedenfalls meistens.

In Zeiten von Rassenunruhen und der Blockbildung des Kalten Krieges zeichnet Roddenberry damit eine optimistische Vision einer besseren Welt – und behandelt in seinen Geschichten aus der Zukunft gesellschaftlich relevante Themen wie die Ausbeutung der Umwelt oder soziale Klassenunterschiede. Wie sehr er dabei den empfindlichen Nerv der Zeit trifft, zeigen exemplarisch die Reaktionen auf die Aufsehen erregende Kussszene zwischen der dunkelhäutigen Uhura und dem hellhäutigen Kirk.

NBC Television / Public Domain

Die Annäherung der beiden Charaktere schockt nicht nur zahlreiche Zuschauer – einige Sender in den Südstaaten der USA weigern sich sogar, die Folge überhaupt auszustrahlen. Menschen wie der Bürgerrechtler Martin Luther King hingegen begrüßen den Mut Roddenberrys. "Star Trek hat das Gesicht des Fernsehens verändert", sagt er einmal. Das sieht auch Kirk-Darsteller William Shatner so: "Star Trek schien zwar in der Zukunft zu spielen. Aber es war immer dann am besten, wenn es sich mit den Problemen der Gegenwart beschäftigt hat", wird er in der Zeitung "US Today" zitiert.

Doch nicht nur gesellschaftspolitisch zeigt sich die Serie fortschrittlich. Auch in technischer Hinsicht nimmt sie einiges vorweg, was heute Alltag ist: Kirk und Co kommunizieren bereits in den 1960er Jahren über Smartphone-ähnliche Gadgets. Das Faxgerät, die Videotelefonie und in späteren Serien das Tablet existieren im Star Trek-Universum ebenfalls lange bevor sie die reale Welt erobern. Und Phänomene wie das Beamen beschäftigen inzwischen ernsthaft die Wissenschaft – auch wenn die Teleportation nach wie vor Fiktion bleibt.

Derek Springer / Patrick Caughey / Loupeznik  (CC BY-SA 3.0)

Ironischerweise endet die Originalserie um die Crew vom Raumschiff Enterprise ausgerechnet kurz vor der Mondlandung der Apollo 11-Mission – wegen schwacher Quoten. Das Ereignis löst jedoch eine solche Raumfahrteuphorie aus, dass "Star Trek" den Fans dank zahlreicher Wiederholungen präsent bleibt und sich über die Jahre zu einem wahren Kulthit entwickelt.

Darüber hinaus wird die Geschichte unter anderem als Zeichentrickserie weitergesponnen, im Kino weitererzählt – und schließlich ab 1987 von Roddenberry selbst im Rahmen einer Nachfolge-Serie weiterentwickelt: Zur Crew der neuen Enterprise gehört in "Star Trek – The Next Generation" der Kapitän Jean-Luc Picard. Er wird zu einem der bekanntesten Führer des Raumschiffs. Nach dem Tod von Roddenberry wird das Franchise mit weiteren Serien fortgesetzt, in "Star Trek: Raumschiff Voyager" lenkt ab Mitte der 1990er Jahre mit Kathryn Janeway erstmals eine Frau das Schiff auf den Reisen zu extraterrestrischen Völkern.

Jason Scragz (CC BY 2.0)

Jüngst erlebt die "Star Trek"-Welt mit den neu erdachten Kinofilmen von JJ Abrams eine Wiederbelebung – und auch für die Serien wird es weitergehen. So hat der US-Sender CBS pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der ersten Folge eine neue Fernsehserie angekündigt. "Star Trek: Discovery" soll ab 2017 als Streaming-Angebot starten. Es scheint, die Ära "Star Trek" ist noch lange nicht vorbei.

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