Abschied vom Pfauenthron
Leben & Lifestyle

Abschied vom Pfauenthron

Bild: Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwar erklärte der Schah, er fahre zur Erholung nach Ägypten, doch jeder wusste, dass es angesichts der Lage im Iran eine Reise ohne Wiederkehr sein würde. Der Schah selbst flog die Staatsmaschine zunächst nach Assuan, wo er vom ägyptischen Präsidenten Muhammad Anwar As Sadat wie ein Staatsoberhaupt begrüßt wurde.

Zwar erklärte der Schah, er fahre zur Erholung nach Ägypten, doch jeder wusste, dass es angesichts der Lage im Iran eine Reise ohne Wiederkehr sein würde. Der Schah selbst flog die Staatsmaschine zunächst nach Assuan, wo er vom ägyptischen Präsidenten Muhammad Anwar As Sadat wie ein Staatsoberhaupt begrüßt wurde.

Während im Iran bereits die ersten Todesurteile gegen seine Anhänger ergingen, flog der Schah am 22. Januar nach Marokko weiter, wo ihm König Hasan II. den königlichen Winterpalast in Marrakesch als Unterkunft anbot.

In Marokko jedoch kommt es zu öffentlichen Protesten gegen seine Anwesenheit. Auch weitere potenzielle Exil-Länder erklären in der Folgezeit, der Schah sei unwillkommen: Die britische Regierung bezeichnet einen Aufenthalt auf seinem Schloss in der Grafschaft Surrey als unerwünscht; Spanien bedauert, ihn leider nicht im Schah-eigenen Haus auf Mallorca wohnen lassen zu können.

Zum Tode verurteilt

Einzig Fürst Rainier III. von Monaco bietet Gastrecht an. Der Schah geht darauf jedoch nicht ein, sondern reist am 30. März auf die Bahamas, wo er bis zum 10. Juni bleibt. Währenddessen wird er vom Obersten Richter der Islamischen Revolutionsgerichte im Mai in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Weil er auch auf den Bahamas kein Exil erhält, reist der Schah nach Mexiko. Ein auf sechs Monate befristetes Touristenvisum erlaubt ihm vorläufigen Aufenthalt in einem Herrschaftshaus im Nobelort Guernavaca bei Acapulco.

Wieder in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit rückt der Schah am 22. Oktober, als er mit einer 30-köpfigen Begleitung in New York eintrifft, um sich im Cornell Medical Center einer Operation zu unterziehen. Er leidet an Lymphknotenkrebs, darüber hinaus ist eine Verstopfung des Gallengangs festgestellt worden. Um etwaigen Racheakten der Iraner vorzubeugen, telegrafiert US-Außenminister Cyrus R. Vance nach Teheran: "Die Aufenthaltsgenehmigung ist auf die Dauer der Behandlung im Krankenhaus beschränkt. Der Schah wird kein Asyl erhalten." Dennoch fühlt sich der Iran durch die Einreise provoziert.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite