Feierabend vor der Glotze? Abtanzen nur am Wochenende? Damit ist Schluss, seit es After-Work-Parties gibt. Die Idee stammt aus New York und London und schwappte als Trendwelle vor drei Jahren nach Deutschland. Mitten in der Woche treffen sich Berufstätige beim gepflegten Cocktail, leichten Häppchen und gefälliger Musik in der Disco. Eine Hamburger Event-Agentur war so pfiffig, sich den „After-Work-Club“ 1999 als Marke schützen zu lassen. Seitdem veranstaltet sie deutschlandweit Feierabend-Parties und präsentiert die „hippsten“ Adressen auf einer eigenen Homepage. Als Veranstaltungspartner hat sich die Agentur vor allem Medien mit ins Boot geholt. Nach Hamburg, München, Berlin, Köln und Frankfurt öffnen sich auch Clubs in kleineren Städten dem arbeitenden Publikum. Ableger heißen After-Business- oder After-Job-Party.
Action am frühen Abend
Das Konzept ist einfach: direkt vom Büro in den Club, ohne Styling-Stress und den Umweg über die Wohnzimmercouch. Die meisten After-Work-Parties beginnen zwischen 17 und 18 Uhr, locken zum Teil mit freiem Eintritt, Happy-Hour und Snackbuffets. Je nach Bedürfnis können sich die Partygäste in angenehmer Atmosphäre an der Bar unterhalten oder auf der Tanzfläche ihren Alltag abschütteln. Vorteil: „Pistengänger“ kehren am nächsten Tag ausgeglichen und ausgeschlafen ins Büro zurück. Denn die meisten Clubs schließen gegen 1 Uhr. Das ungezwungene Zusammentreffen findet bei den überwiegend 20- bis 40-Jährigen großen Anklang. Der Klassiker unter den After-Work-Clubs ist das Hamburger „Café Schöne Aussichten“. Bei schönem Wetter serviert der Service Longdrinks auf der Terrasse, eine willkommene Alternative zu überfüllten Biergärten. Für das jugendliche Publikum werfen DJs angesagte Housemusik, Drum & Bass, Jazz, HipHop und Salsa auf den Plattenteller. Der „Club im Hamburger Hanseviertel“ hat es auf die ältere Generation unter den Partygängern abgesehen. Hier amüsiert sich das gesetztere Publikum bei Schlager- und Tanzmusik.
Locations
In Köln strömen jeden Donnerstag Hunderte „Partylöwen“ in das Theater am Rudolfplatz, ein altes Lichtspieltheater mit Charme, das auch Stefan Raab als Kulisse für seine Show dient. Ob bei Kölsch oder Blue Curacao - hier lassen vor allem junge Medienschaffende den Alltag hinter sich. Der Downtown Club Cologne öffnet jeden Donnerstag ab 17 Uhr. Dann gibt es Drinks und Snacks bevor ab 18 Uhr die Spotlights auf die Tanzfläche gerichtet werden.
Münchens Berufstätige treffen sich mittwochs nach dem Job gerne im „Pacha“, einem Restaurant mit Sushi-Bar, Garten und Club zum Relaxen. Die ersten 50 „gemischten Doppel“ bekommen ein Fläschchen Prosecco gratis.
Inzwischen ist auch das Management großer Firmen auf den Partyzug aufgesprungen. Statt selbst öde Betriebsfeiern auszurichten, engagieren sie lieber professionelle Partymacher. Eine gelungene Fete für Partner und Mitarbeiter als krönender Abschluss erfolgreicher Verhandlungen verbessert die Geschäftsbeziehungen und fördert die Motivation.



