Akrobat schööön!
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Akrobat schööön!

Bild: Foto: Ökologix, Public domain, via Wikimedia Commons

Stellt euch mal vor, ihr müsstet alle paar Tage neue Schulfreunde suchen. Bei Zirkuskindern ist das so.Immer, wenn ihr Zirkus in einem anderen Ort auftritt, müssen sie eine neue Schulbank drücken.

Immer auf Achse

Stellt euch mal vor, ihr müsstet alle paar Tage neue Schulfreunde suchen. Bei Zirkuskindern ist das so.
Immer, wenn ihr Zirkus in einem anderen Ort auftritt, müssen sie eine neue Schulbank drücken.

Es sei denn, sie haben das Glück, dass ihr Zirkus eine eigene Schule hat.
Aber mal ehrlich - wer möchte schon ständig nach dem Unterricht seinem Lehrer über den Weg laufen?

Familienbetrieb oder Weltklasse

Nach den Hausaufgaben gehts für die Zirkuskinder erst richtig los. Kleine Zirkusse sind Familienbetriebe. Jeder muss mit anpacken, damit alles läuft: Tiere füttern, Zelt aufbauen, Karten verkaufen usw.
Und so ganz nebenbei muss auch noch die nächste Vorstellung vorbereitet werden.

In großen Zirkussen können sich die Artisten zwar ganz auf ihren Auftritt konzentrieren, aber dafür müssen sie Weltklasse sein. Wie bei Berufssportlern ist ihnen die Konkurrenz stets dicht auf den Fersen.
Beim berühmten Circus Krone liegen täglich 10 bis 20 Videokassetten von Bewerbern im Briefkasten.

Wer die Stellung halten will, muss üben, üben, üben. Was so leicht und locker aussieht, ist in Wirklichkeit Schwerstarbeit.
Viele waghalsige Nummern - so wie am Trapez - sind sehr gefährlich. Da darf kein Fehler passieren.

Mit fünf in der Manege

Wenn Zirkuskinder in die Fußstapfen ihrer Eltern treten wollen - und das wollen sie meist - müssen sie früh mit dem Training beginnen.
So wie Rebecca Simoneit-Barum. Ihr kennt sie vielleicht als freche rothaarige „Iffi Zenker“ aus der Lindenstraße.

Schon mit drei Jahren begann Rebecca ihre akrobatische Ausbildung. Mit fünf stand sie zum ersten Mal in der Manege.
Auch heute hält sie - neben ihren Auftritten in der Lindenstraße - dem Familienunternehmen Circus Barum die Stange.

Traumberuf Artist

Wie wird man eigentlich Artist? Nun, das kommt darauf an, ob ihr lieber Clown, Zauberer, Seiltänzer, Trapezkünstler, Jongleur, Akrobat, Dompteur oder etwas ganz anderes werden wollt.

In Deutschland sind die meisten Artisten tatsächlich Zirkuskinder, die das „Handwerk“ ihrer Eltern übernommen haben.

Eine Ausnahme ist die staatlich anerkannte Berufsfachschule für Clowns in Mainz. Dort könnt ihr ganz ernsthaft lernen, wie ihr Leute zum Lachen bringt. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Natürlich gibt es auch eine Abschlussprüfung.

Begnadete Körper

In anderen Ländern besuchen begabte Kinder von klein auf spezielle Artistenschulen. So sind die berühmten „begnadeten Körper“ chinesischer Artisten die Frucht von jahrzehntelangem hartem Training.

Die Artisten treten durchschnittlich mit sieben Jahren in eine Zirkusschule ein. Der Unterricht dauert oft von 7 bis 21 Uhr.

Zirkusluft schnuppern

Wer einmal Zirkusluft geschnuppert hat, den lässt sie so schnell nicht mehr los. Es muss ja nicht gleich die große Artistenkarriere sein.

In vielen Städten gibt es Mitmachzirkusse für Kinder. Sie heißen zum Beispiel „Mumm“, „Trau Dich“ oder „Mach mit, machs nach, machs gut!“
Hier ist nicht die Leistung, sondern der Spaß an der Sache das Wichtigste. Natürlich gibt es auch eine Aufführung, bei der ihr Familie und Freunde mit eurem Können überraschen könnt.

Im Internet gibt es verschiedene Seiten für Zirkusfans. Da könnt ihr nachkucken, wo der nächste Mitmachzirkus, Einradkurs oder Akrobatikworkshop stattfindet.
Ihr findet dort auch Anleitungen zum Tellerdrehen, Zaubertricks, Rezepte für Riesenseifenblasen und vieles mehr. Schaut doch gleich mal bei unseren Links.

Aufwärm-Spiel

Zu jedem Training gehört ein „Warm up“, also Übungen zum Aufwärmen.

Bei dem Spiel „Feuer, Wasser, Sturm“ kommt ihr in Schwung und trainiert eure Reaktionen. Das ist im Zirkus unheimlich wichtig - ob beim Trapezturnen oder beim Jonglieren.

Einer ist Spielleiter. Die anderen laufen kunterbunt durcheinander. Der Raum sollte sehr groß sein oder ihr spielt draußen.

Wenn der Spielleiter ein Kommando ruft, müsst ihr sofort die entsprechende Bewegung ausführen. Der letzte scheidet aus. (Zum Trost darf er in der nächsten Runde das Kommando geben.)

Spielkommandos sind:

  • WasserKlettert irgendwo nach oben. Keiner berührt mehr den Boden.
  • SturmKauert euch am Boden zusammen. - Feuer: Lauft in eine Ecke.
  • KaffeeklatschSetzt euch auf den Boden und klatscht in die Hände.
  • SardinenbüchseLegt euch in der Mitte des Raumes auf den Rücken. Quetscht euch dabei so eng wie möglich zusammen.
  • FlummiSpringt und wackelt mit dem ganzen Körper.
  • EisklotzIhr seid zu Eis gefroren - keine Bewegung mehr.
  • AkrobatSucht euch einen Partner und macht zusammen eine akrobatische Figur.
  • JongleurWerft einen Gegenstand in die Luft. (Es gilt alles, was ihr gerade in die Finger bekommt, aber es sollte doch besser keine Glasflasche o.ä. sein ...)

Vielleicht fallen euch ja noch mehr witzige Kommandos ein.

Buch-Tipps

Christa Holtei, Markus Grolik
Manege frei - Der Zirkus ist da!
Sauerländer März 2001
48 Seiten
15,80 €
Buch bestellen

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