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Aktuelle Trends in der Personalgewinnung
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Leben & Lifestyle

Aktuelle Trends in der Personalgewinnung

Der digitale Wandel, der vor allem durch die Nutzung von mobilen Endgeräten begünstigt wird, hat zu einer Veränderung des Medienverhaltens in unserer Gesellschaft geführt - jeder Zweite geht über das Smartphone oder Tablet ins Internet. Bei der Suche nach Informationen über Unternehmen verwendeten im Jahr 2016…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

fotolia.com, kentoh

Der digitale Wandel, der vor allem durch die Nutzung von mobilen Endgeräten begünstigt wird, hat zu einer Veränderung des Medienverhaltens in unserer Gesellschaft geführt - jeder Zweite geht über das Smartphone oder Tablet ins Internet. Bei der Suche nach Informationen über Unternehmen verwendeten im Jahr 2016 insgesamt ca. 71 Prozent der von Statista.de befragten Karriereinteressierten mobile Endgeräte. Die Mobiloptimierung des gesamten Bewerbungsprozesses von der Informationsrecherche bis zur Versendung der Bewerbung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Recruiting. Job und Bewerber müssen noch einfacher zusammengebracht werden. Laut einer aktuellen Studie zum Thema „Mobile Recruiting“ von der Wollmilchsau GmbH sind die Bewerber heutzutage in einer Position, in der sie schlichtweg erwarten können, dass ihnen auch von unterwegs Informationen über Unternehmen, Stellenanzeigen sowie ein intakter Bewerbungsprozess zur Verfügung gestellt werden. Um dies gewährleisten zu können, müssen Personaler eine technologische Anpassung des Bewerbungsprozesses vornehmen.

Optimierung der Unternehmenshomepage für mobile Endgeräte

Die Unternehmenshomepage bietet Bewerbern die Möglichkeit, sich umfassend über ihren zukünftigen Arbeitgeber zu informieren. Sowohl Angaben über die Unternehmensphilosophie, die Produkte oder Dienstleistungen, als auch Hinweise zu offenen Ausbildungs- und Stellenangeboten sind zu finden. Das Abrufen der Informationen erfolgte noch vor einigen Jahren standardmäßig zuhause über einen PC. Doch die technologische Entwicklung ermöglicht es den Nutzern nun, auch über Smartphones und Tablets zu recherchieren. Aufgrund dessen muss eine gute Darstellung und Übersicht ebenfalls für mobile Endgeräte gewährleistet sein.

Mobile Website, Responsive Design, Web App und Native App sind Technologien, wie Websites und die damit verbundenen Inhalte übersichtlich und benutzerfreundlich veranschaulicht und auf die unterschiedlichen Größen, Auflösungen sowie Navigationswege der Endgeräte angepasst werden. Konkret beinhaltet diese Art der Darstellung eine vereinfachte Navigation der Menüpunkte, so dass die Bedienung mit einem Finger möglich ist. Zusätzlich sollten Webmaster auf die Schriftart und -größe achten, da außergewöhnliche Schriften beim Lesen als störend wahrgenommen werden und eine zu kleine Schriftgröße das Lesen erschwert. Ebenfalls bedarf die Mobiloptimierung eines Verzichts auf Grafiken und Bilder, um langes Laden bei dem Nutzer zu vermeiden.

Google selbst empfiehlt das Responsive Design und „bestraft“ seit April 2015 Unternehmen, die keine mobile Nutzung anbieten. Der eingeführte Ranking-Faktor „Für Mobilgeräte“ hebt seitdem Webseiten hervor, die mobiloptimiert sind und listet diese weiter oben in den Suchergebissen auf. „Da immer mehr Menschen Mobilgeräte für den Zugriff auf das Internet verwenden, müssen sich unsere Algorithmen diesen Nutzungsgewohnheiten anpassen“, heißt es in einem offiziellen Blogeintrag des Webmaster-Teams von Google. Die Erreichbarkeit von Unternehmenshomepages und Webseiten für mobile Endgeräte ist nun ein elementarer Bestandteil im Recruiting und als Mindestanforderung anzusehen. Die Studie „Mobile Recruiting“ belegt jedoch, dass nur 44 Prozent der Unternehmen Bewerbern die Möglichkeit bieten, sich mobil zu informieren und zu bewerben.

Um eine genaue Überprüfung ihrer Website vorzunehmen, können Personaler über Google Analytics die Zusammensetzung des Traffics einsehen. Die Anzahl der Besucher, die über einen Laptop, ein Smartphone oder ein Tablet die Unternehmenswebsite besuchen, gibt Aufschluss darüber, wie dringend notwendig die Mobiloptimierung ist. Zudem bietet Google eine Testseite an, die durch das Eingeben der Unternehmens-URL eine Überprüfung für Mobilgeräte vornimmt.

Der mobile Bewerbungsprozess: Chancen und Herausforderungen

Den Kandidaten, die über mobile Endgeräte auf Jobsuche sind, sollten HR-Verantwortliche auch eine mobile Version der Inhalte anbieten. Eine gut funktionierende Jobbörse zeichnet sich durch eine hohe Übersichtlichkeit der wichtigsten Merkmale wie Berufsbezeichnung, Art der Position und Ausübungsort aus. Findet der Kandidat ein passendes Angebot, setzt er sich mit dem Anforderungsprofil und den Benefits des Unternehmens auseinander. Allerdings ist der sichtbare Bereich auf mobilen Endgeräten durch die Größe beschränkt, weshalb sich die Personaler auf die wichtigsten Informationen für die Stelle konzentrieren sollten, auch vor dem Hintergrund, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines Bewerbers am mobilen Endgerät längst nicht so hoch ist wie vor dem heimischen PC.

Hat der Bewerber über sein mobiles Endgerät eine passende Stellenausschreibung gefunden, muss er in vielen Fällen doch den Umweg über seinen Desktop-Rechner nehmen, um seine Bewerbungsunterlagen zu erstellen. Doch es gibt Abhilfe: Zur Verkürzung des Bewerbungsprozesses können Personaler den Bewerbern die One-Klick-Bewerbung anbieten, die eine Verknüpfung des Kandidatenprofils bei einem Business-Netzwerk wie XING oder LinkedIn erlaubt und die hinterlegten Daten automatisch an den Personaler übermittelt. Je schlanker der Bewerbungsprozess, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine höhere Anzahl an Bewerbungen für die ausgeschriebene Stelle eingeht.

Die Digitalisierung ermöglicht es Personalern, neben der reinen Stellenanzeige auch Medien wie Videos über das Unternehmen und Online-Spiele, die einen realitätsnahen Einblick in einen Berufsalltag gewähren, einzubinden. Dieser Mix aus Entertainment und Recruiting, oder auch Recruitainment genannt, kann als weitere Methode der Personalgewinnung eingesetzt werden.

Nicht zu unterschätzen: All diese Maßnahmen tragen zur Candidate Experience und damit auch zum Employer Branding bei. Unternehmen, die auf die aktuellen Trends in der Personalgewinnung setzen und Jobinteressierten einen schlanken und transparenten Bewerbungsprozess bieten, werden als kompetent, professionell und modern wahrgenommen. Sammelt der Kandidat während seines Bewerbungsverfahrens positive Erfahrungen, spricht sich das herum – eine gute Werbung für Arbeitgeber, die sich auf den Bewerbungseingang auswirkt!

Im zweiten Teil der Serie über aktuelle Trends in der Personalgewinnung geht es um Recruitainment, bei dem Elemente aus Recruiting, Information und Unterhaltung miteinander vermischt werden. Im dritten Teil geht es um die sogenannte One-Click-Bewerbung, die den Bewerbungsprozess verkürzen soll, und im virten und abschließenden Teil um das Active Sourcing.

Teil 2: Recruitainment – Wie Elemente aus Recruiting, Information und Unterhaltung zur Personalgewinnung vermischt werden

Teil 3: One-Klick-Bewerbung – Wie sich Bewerber mit nur einem Mausklick bewerben können

Teil 4: Active Sourcing – Wie Stellenausschreibungen durch Recherche und persönliche Ansprache ersetzt werden

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