Alarmzentrum
Leben & Lifestyle

Alarmzentrum

Bild: Foto: © Geolina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Regierung und Industrie planen Alarmzentrum gegen Computerviren

Bundesinnenminister Otto Schily startet gemeinsam mit der Wirtschaft eine neue Initiative gegen Computerviren. Geplant ist ein nationales Alarmzentrum für kleinere Unternehmen und private Computernutzer. Sie sollen sich bereits ab Oktober per Telefonhotline kostenlos über Gefahren aus dem Netz informieren können. Das Projekt ist Teil eines nationalen Sicherheitsplans für Informationstechnologie. Durch Viren, Hackerangriffe und so genannte Würmer entsteht allein bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Europa jährlich ein Schaden von 22 Mrd. Euro, schätzen Hersteller von Sicherheitssoftware. Kaum beziffern lassen sich die möglichen Folgen eines Terrorangriffs auf Datennetze. Kleine und mittelständische Firmen gelten als besonders anfällig für Angriffe von Computerhackern. Viele Unternehmen sind nach wie vor über die Gefahren schlecht informiert oder unterschätzen das Problem.

Warnmeldungen per E-Mail

Mittelfristig erwarten die Initiatoren 1,5 Millionen Nutzer des neuen Alarmzentrums mit dem Projektnamen "Bürger-Cert" (Computer Emergency Response Team). Betrieben werden soll es von der IT-Wirtschaft und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Bonner Behörde soll auch die nötigen Informationen über die Virengefahren liefern. Neben dem Telefonservice wird das Zentrum auch aktuelle Warnmeldungen per E-Mail anbieten. Die Kosten sollen zu einem Großteil IT-Unternehmen übernehmen - unter ihnen SAP, Microsoft, Fujitsu Siemens und Datev. Noch sind allerdings nicht alle Details des Projekts geklärt. Wie dringlich Schutzmaßnahmen sind, zeigte der Computerwurm "Zotob" Angang August. Er tobte vor allem in den USA. Allein 13 Werke des Autoherstellers Chrysler waren betroffen, Mitarbeiter mussten bis zu 50 Minuten lang die Arbeit unterbrechen. Der Paketdienst UPS war gezwungen, Großrechner abzuschalten. Auch Computer bei Kraft Foods, dem Disney-Konzern, der "New York Times" und im Kapitol in Washington wurden befallen. Glück hatte CNN: Während der Nachrichtensender über den Wurm berichtete, stürzten dort Hunderte von Rechnern ab. Das TV-Programm lief jedoch weiter. Für deutsche Firmen gibt es bereits heute Möglichkeiten, sich gegen Computerviren zu schützen - etwa das Projekt "Mcert" für den Mittelstand. Die Angebote werden aber bislang kaum wahrgenommen.

Schaden: Weltweit hat der Wurm "Zotob" in den vergangenen Tagen Computer befallen - vor allem in den USA. Schwachstelle: Ein Wurm ist ein verstecktes Programm, das Lücken im Betriebssystem ausnutzt, um sich über das Internet zu verbreiten.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite