Alles nur eine Inszenierung?
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Alles nur eine Inszenierung?

Bild: Foto: Markus Trienke, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die mutmaßlichen und der wahre Drahtzieher

Die mutmaßlichen und der wahre Drahtzieher

Von den offiziellen Erklärungen der Regierung und unabhängigen Experten halten sie nur wenig. Hinter all dem stecke doch die Führungsriege um den amerikanischen Präsidenten George W. Bush selbst. Er und US-Geheimdienste hätten die Attentate sorgfältig geplant, so die Meinung derer, die an eine Verschwörung glauben. Doch wieso sollte es Amerika auf sich selbst abgesehen haben? Als am 7. Dezember 1941 der Marinestützpunkt Pearl Harbor von japanischen Fliegern regelrecht dem Erdboden gleichgemacht wurde und 2.403 Menschen ihr Leben verloren, hatte die USA einen Grund gefunden, in den zweiten Weltkrieg einzusteigen. Nun jedoch kämen die Urheber nicht von außerhalb, so die Verschwörungsforscher. Diesmal sei es ein von der US-Regierung eigens herbeigeführter Krieg, in dem es um die Vorherrschaft in der Welt gehe. Ganz im Sinne des Project for the New American Century, einer neokonservativen Denkfabrik, welche für die globale Führerschaft der USA wirbt. Eines der prominenten Mitglieder ist der amtierende US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Ein mögliches Indiz?

Nicht nur die USA wird bezichtigt, in die Anschläge vom 11. September verwickelt zu sein. Auch Israel komme als möglicher Drahtzieher in Frage. Besonders islamistische Medien mit antisemitischen Tendenzen schreiben dem israelischen Auslandsgeheimdienst Moussad die Schuld für die Attentate zu. Dem zugrunde liegt die Behauptung, zum Zeitpunkt der Anschläge hätten die 4.000 im World Trade Center beschäftigten Juden allesamt freigenommen. Dies ist jedoch völlig aus der Luft gegriffen, denn bei den Volkszählungen der Vereinigten Staaten spielt die Religionszugehörigkeit keine Rolle. Sie wird schlichtweg nicht erhoben. Schätzungen jüdischer Einrichtungen belaufen sich indes auf 200 – 500 Opfer jüdischer Abstammung.

Selbst an Osama bin Ladens Bekenntnis zu den Anschlägen hegen Skeptiker derweil ernsthafte Zweifel. So habe sein offensichtlicher Meinungswandel viele der Verschwörungs-Autoren stutzig gemacht. Nachdem bin Laden zunächst jegliche Verantwortung für die Selbstmordattentate von sich wies, erklärte er in späteren Videobotschaften, jüngst im Mai 2006, er habe die Täter vom 11. September persönlich auserkoren und sie mit den Anschlägen betraut.

Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon

Besonders beliebt bei den Verschwörungsforschern sind Thesen über den Einsturz der beiden Zwillingstürme von Manhattan. Außerordentlich skurril und daher äußerst umstritten ist die Annahme des ehemaligen Bundesministers für Forschung und Technologie, Andreas von Bülow. Laut Bülow waren die Flugzeuge, welche in die Fassaden der New Yorker Wolkenkratzer rasten, von Geheimdienstagenten ferngesteuert. Als wäre das noch nicht genug, seien zum Zeitpunkt des Aufpralls im Gebäude installierte Sprengsätze hochgegangen. Ebenfalls die vermeintliche Tat von Geheimdiensten. Der Verdacht wird dadurch erhärtet, dass aus den etwas weiter unten liegenden Etagen explosionsartig weiße Staubwolken drangen, während in den oberen Etagen dichter schwarzer Qualm aufstieg. Die hellen Staubwolken waren jedoch, wie sich später herausstellte, nicht das Nebenprodukt von Explosionen, sondern lediglich starke Aufwirbelungen, die beim allmählichen Zusammenbruch der Deckenwände entstanden. Den lawinenartigen Einsturz kurze Zeit danach erklären die zuständigen Behörden damit, dass die herabstürzenden Deckenteile eine Art Domino-Effekt auslösten, wodurch die Gebäude wie Kartenhäuser zusammenbrachen.

Auch der Absturz auf das Pentagon bleibt für viele ein Rätsel. Böse Zungen behaupten, dass nicht ein Flugzeug, sondern eine Drohne oder gar eine Rakete den Schaden am Hauptsitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums verursacht habe. An ein Flugzeug sei aufgrund des relativ kleinen Einschlagsloches in der Fassade des Gebäudes nicht zu denken, so einige kritische Beobachter. Ferner halten sie es für unglaubwürdig, dass der Pilot in der Lage war, mit der gekaperten Maschine ein solches Manöver knapp über dem Boden überhaupt fliegen und den Bau so präzise treffen zu können. Selbst für erfahrene Berufspiloten sei dieses äußerst schwierige Unterfangen kaum zu bewerkstelligen. Videoaufnahmen von Überwachungskameras auf dem Parkplatz vor dem Pentagon konnten ebenfalls zu keinem eindeutigen Ergebnis führen. Auch unter den Verschwörungstheoretikern herrscht Uneinigkeit. So geben einige an, den Flugzeugabsturz ins Pentagon nicht im Geringsten leugnen zu wollen.

Verschwörungstheoretiker: Wer sie sind, was sie wollen

Verschwörungstheoretiker sind dafür bekannt, dass sie der "Wahrheit" nicht unhinterfragt ins Gesicht blicken. Doch wie es der Name bereits sagt, sind es meist nur Theoretiker, denen für ihre Überlegungen fundierte empirische Nachweise fehlen. Oft berufen sie sich auf dubiose Quellen und nehmen es mit der akribischen Recherche nicht ganz so genau. Sie misstrauen, statt blind zu vertrauen, sie widersprechen und nehmen die Dinge nicht einfach so hin, wie sie sind. Klingt zunächst einmal so, als sei daran im Prinzip nichts auszusetzen. Im Prinzip. Denn hinter dem Widerstand steckt häufig mehr als nur der Gedanke, "die Wahrheit" ans Licht zu führen. So würden Dinge auch bewusst verkannt. Schließlich wolle man für gewöhnlich nur das sehen und hören, was der eigenen Einstellung am ehesten entspricht und sie nach Möglichkeit bestätigt. So vergessen diejenigen allzu oft, die an eine Verschwörung der Regierung und der Geheimdienste glauben, welch humanen und materiellen Schaden Amerika durch die Anschläge erlitten hat. Zugegeben: Insbesondere die Staatsmacht der USA hat durch diverse Skandale, wie etwa die Misshandlungen irakischer Gefangener, an Vertrauen und Sympathie eingebüßt. Dennoch darf dadurch der Blick für das Wesentliche nicht verloren gehen: Die potenzielle Bedrohung durch den internationalen Terrorismus.

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