Als Mitausgereiste im Ausland
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Als Mitausgereiste im Ausland

Bild: Foto: Norbert Nelte Flipper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Viele Unternehmen haben die problematische Situation der mitausreisenden Partner und Familienmitglieder erkannt und beziehen diese immer häufiger in die Vorbereitungsprogramme für den Auslandsaufenthalt ihrer Mitarbeiter mit ein. Während der Eingewöhnungsphase im Zielland sind Mitausgereiste jedoch meist auf sich selbst gestellt. Adäquate Follow-Up-Programme, die auch den Mitausgereisten die Integration in das neue Lebensumfeld erleichtern, gibt es selten. Der entsandte Mitarbeiter muss einen großen Teil seiner Zeit und Energie aufwenden, um sich schnell in seinem neuen Arbeitsumfeld zurecht zu finden. Die Probleme des Partners oder der mitausgereisten Kinder werden dabei häufig in den Hintergrund gedrängt. Der Auslandseinsatz eines Mitarbeiters kann aber nur dann wirklich erfolgreich verlaufen, wenn auch die mitausgereisten Familienmitglieder eine befriedigende Situation erleben.

Integrationsprobleme im fremden Land

Viele Unternehmen haben die problematische Situation der mitausreisenden Partner und Familienmitglieder erkannt und beziehen diese immer häufiger in die Vorbereitungsprogramme für den Auslandsaufenthalt ihrer Mitarbeiter mit ein. Während der Eingewöhnungsphase im Zielland sind Mitausgereiste jedoch meist auf sich selbst gestellt. Adäquate Follow-Up-Programme, die auch den Mitausgereisten die Integration in das neue Lebensumfeld erleichtern, gibt es selten. Der entsandte Mitarbeiter muss einen großen Teil seiner Zeit und Energie aufwenden, um sich schnell in seinem neuen Arbeitsumfeld zurecht zu finden. Die Probleme des Partners oder der mitausgereisten Kinder werden dabei häufig in den Hintergrund gedrängt. Der Auslandseinsatz eines Mitarbeiters kann aber nur dann wirklich erfolgreich verlaufen, wenn auch die mitausgereisten Familienmitglieder eine befriedigende Situation erleben.

Neuorientierung im Alltag

Der Auslandsaufenthalt bedeutet für die Mitausgereisten in einigen Fällen die Aufgabe der eigenen Karriere und in den meisten Fällen eine radikale Umstellung der persönlichen Situation. Nicht selten stehen sie vor der schwierigen Aufgabe, ihr Privatleben von Grund auf neu zu gestalten. Der entsandte Partner hat vor allem in der Anfangsphase ein hohes Arbeitspensum, die Kinder sind in der Schule und man selbst ist häufig ohne Beschäftigung. Denn mit Ausnahme der USA, wo Mitausreisende jetzt auch eine Arbeitserlaubnis erhalten, gilt das erteilte Visum in den meisten anderen Ländern nur für den Aufenthalt. Aber selbst mit gültiger Arbeitsgenehmigung ist es für Mitausgereiste oft schwierig, einen geeigneten Job zu finden, da einheimische Fachkräfte in der Regel vorgezogen werden.

Alleingelassen

Wer würde ein paar Wochen oder gar Monate Freizeit nicht begrüßen? Allerdings kann die anfangs geschätzte Freiheit und Ungebundenheit schnell zu einem Problem werden, wenn es nicht gelingt, eine sinnvolle und ausfüllende Beschäftigung zu finden. Mitausgereiste fühlen sich nach Bewältigung der ersten anstrengenden Wochen der Neuorganisation häufig alleingelassen, orientierungslos und nicht selten unterfordert. Wenn in dieser Phase auch noch der Partner wenig Zeit und Energie hat, sich auf die Probleme des Mitausgereisten einzulassen, sind Spannungen und Konflikte vorprogrammiert.

Was tun?

Selbst wenn Sie nicht so richtig wissen wohin mit Ihrer vielen Zeit, erzeugt ein internationaler Umzug in erster Linie emotionalen Stress, für den Sie ein Ventil finden sollten. Wie gehen Sie in der Heimat mit Stress um? Gehen Sie joggen oder Fahrrad fahren? Üben Sie sich in Meditation oder lesen Sie gerne? Egal ob Sie einen physischen oder mentalen Stressausgleich bevorzugen - finden Sie eine sinnvolle Beschäftigung für sich.

In Ihrem neuen Zuhause stehen Ihnen meist die gleichen Möglichkeiten offen wie in der Heimat, oft sogar noch mehr. Selbst wenn Sie feststellen, dass Ihre Möglichkeiten eingeschränkt sind, versuchen Sie Ihre Aktivitäten dem Gastland anzupassen. Nehmen Sie eine ehrenamtliche Tätigkeit an, sei es im Sport, in der Nachbarschaft oder innerhalb der Expatriate-Community. So lernen Sie neue Leute kennen und erhalten in den von Ihnen gewählten Bereichen einen tieferen Einblick in die fremde Kultur. Sie tragen außerdem aktiv zum interkulturellen Austausch bei, finden neue Freunde und ernten die Anerkennung und den Respekt der Einheimischen.

Die Zeit im Ausland kann auch eine ausgezeichnete Gelegenheit sein, sich persönlich und beruflich weiterzubilden. An Universitäten, Abendschulen und über das Internet haben Sie viele Möglichkeiten zur Auswahl. Pflegen Sie vernachlässigte Hobbys oder legen Sie sich neue zu. Experimentieren Sie mit Ihren verborgenen Talenten und haben Sie vor allem Spaß.

Expatriate Clubs

Inwieweit Sie sich in Organisationen, Verbänden und Clubs Ausgereister engagieren wollen, liegt ganz bei Ihnen. Einige Ausgereiste haben sehr wenig oder gar keinen Kontakt zur Expatriate Community. Andere gehen darin richtig auf, auch auf die Gefahr hin, den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu vernachlässigen. Expatriate Clubs sind auf jeden Fall eine ausgezeichnete Anlaufstelle für Hilfe und Informationen bei alltäglichen Problemen. Egal ob Sie einen geeigneten Arzt, ein spezielles Fachgeschäft oder Hilfe beim Einzug suchen, andere Ausgereiste können Ihnen weiterhelfen. Expatriate Clubs bieten auch eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Netzwerken: hier erfährt man von Partys, anstehenden kulturellen Ereignissen und oft auch von offenen Stellenangeboten.

Partnerschaft im Gastland

Längere Auslandsaufenthalte sind oft eine Belastungsprobe für die Beziehung zum Partner, denn schon kurz nach der Ankunft im Gastland trennen sich die Lebenswelten. Der eine geht täglich zur Arbeit, der andere bleibt meist zu Hause.

Mitausgereiste Frauen und ihre Probleme

In deutschen Firmen besteht der Großteil der Auslandsentsandten aus Männern, obwohl die Zahl der ins Ausland entsandten Frauen jährlich steigt. Nach wie vor sind es meist Frauen, die ihren Partner in der Rolle der Mitausreisenden begleiten.

Viele Auslandseinsätze scheitern daran, dass die mitausgereisten Partner unglücklich sind. Das kann zum einen an kulturellen Faktoren liegen, zum anderen an Spannungen, die innerhalb der Partnerschaft entstehen. Oft werden die Partner ausgereister Geschäftsleute in ein für sie ungewohntes Rollenverhalten hineingedrängt. Frauen, die im Heimatland selbst erfolgreich berufstätig waren, müssen sich nun mit der Hausfrauenrolle abfinden. Der Partner und die eigenen Kinder müssen selbst mit der neuen Lebenssituation und dem oft unbewussten Stress umgehen und reagieren deshalb müde und gereizt, wenn sie nach der Arbeit und nach der Schule nach Hause kommen. Sprechen Sie Ihre Sorgen im Kreise der Familie an, denn nur über eine offene und ehrliche Kommunikation mit Ihrem Partner und Ihren Kindern können bestehende Probleme aus der Welt geschafft werden.

Mitausreisende Frauen müssen sich oft Schwierigkeiten und Herausforderungen stellen, die von der Kultur des Gastlandes abhängig sind. In Kulturen, die unserer westlich ausgerichteten Lebensweise ähneln, fällt das Rollenverhalten nicht so schwer wie in Ländern, deren Kultur auf einem völlig anderen Verständnis basiert. Hier müssen unterschiedliche Rollenerwartungen in erster Linie von den mitausreisenden Frauen gemeistert werden.

Ausgereiste Frauen stellen oft fest, dass sie in erster Linie als Ausländerinnen betrachtet werden und dass für sie die traditionellen Barrieren nicht zutreffen. In jedem Fall sollte man sich aber mit den Konventionen des neuen Wohn- und Arbeitsortes gut vertraut machen. Denn das neue soziale Umfeld kann einen vor Herausforderungen stellen, die zusätzlichen Druck ausüben können, wenn zum Beispiel bestimmten Rollenerwartungen nicht entsprochen wird. In manchen Ländern ist für die Frau eines Managers eher unüblich zu arbeiten, während in anderen das Engagement der Frau außerhalb des Haushalts sehr hoch geschätzt wird. Das unkonventionelle eigene Verhalten kann dann schnell zum Gesprächsstoff in der Firma oder Nachbarschaft werden.

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