“Jugendkultur”: eine Erfindung der Neuzeit

Vor gut hundert Jahren wurde der Begriff “Jugendkultur” von dem Pädagogen Gustav Wyneken eingeführt. Zuvor fanden die Jugend und ihre Ausdrucksformen relativ wenig Beachtung. Erst die Veränderungen der Arbeits- und Lebensbedingungen durch die Industrialisierung und die arbeitsteilige Welt schufen verstärkt Nischen für Jugendkulturen. Jugendstile und Subkulturen gibt es allerdings nicht erst seit dem 20. Jahrhundert. Der Dandy, vertreten durch lässige Charaktere wie Oscar Wilde oder Beau Brummel, galt als die große Leitfigur des 19. Jahrhunderts und als historischer Vorläufer des subkulturellen Stils. Der zunächst abwertend gebrauchte Begriff “Subkultur” entstammt dem englischen Arbeitermilieu, das gesamtgesellschaftlich ausgegrenzt war, nach innen aber ein erhöhtes Zusammengehörigkeitsgefühl aufwies.




